Büro auf Sparflamme

Stand-by-Betrieb frisst fast die Hälfte des Stromverbrauchs für Kommunikationsgeräte

Büro auf Sparflamme

Eine solide IT-Ausstattung ist heute unverzichtbar. Schreiner, Zimmerer und Betonbauer zeichnen damit aufwendige technische Modelle, andere Handwerker nutzen den Computer für die Buchhaltung. Entsprechend unterschiedlich sind auch die vorhandenen PC-Systeme. Was jedoch für fast alle Büros gilt: Durch einen bewussten Umgang mit den Geräten lässt sich viel Geld sparen. So evaluierte das Fraunhofer ISI im Auftrag der EnBW Energie Baden-Württemberg AG, dass im Büroalltag Einsparungen von 20 Prozent Energie realistisch sind.

Besonders großes Sparpotenzial machen die Experten Stand-by-Betrieb aus: Fast die Hälfte des gesamten Stromverbrauchs für Kommunikationsgeräte entfällt auf den Leerlauf. Bei einem PC summiert sich dies auf 900 kWh im Jahr. Damit verbraucht dieses Gerät bei einem durchschnittlichen Strompreis unnötige 180 Euro im Jahr.

Wer hier sparen will, trifft allerdings auf ein Problem: Viele der Bürogeräte haben keinen Ausschalter mehr. Oft zeugt nur ein warmes Netzteil oder eine Leuchtdiode davon, dass das Gerät weiterhin Strom zieht.

Der einfachste Weg für eine zuverlässige Trennung vom Stromnetz ist eine schaltbare Steckdosenleiste. Damit sind auf einen Tastendruck PC, Notebook, Drucker und Monitor abgeschaltet. Denselben Effekt haben die so genannten Master-Slave-Steckdosenleisten. Wird das Hauptgerät wie etwa der PC abgeschaltet, werden auch die nachgeordneten Geräte vom Netz genommen. Vorsicht bei Tintenstrahldruckern: Bevor die Stromzufuhr gekappt wird, sollte der Druckkopf in der Parkposition stehen – sonst können die Düsen verstopfen. Solche Geräte sollten daher nicht über die Steckerleiste, sondern nur mit dem Ausknopf ausgeschaltet werden. Bei einigen Tintenstrahldruckern wird das vollständige Abschalten sogar richtig teuer: Sie spülen den Druckkopf mit Tinte, sobald das Gerät wieder in Betrieb geht. Damit zahlt man mehr für die Tinte, als man an Energiekosten spart.

Nach zwei bis drei Jahren übersteigt die Summe der Stromkosten eines Rechners den Anschaffungspreis. Es lohnt sich daher, beim Kauf eines Geräts nach seinem Strombedarf zu fragen. Auch ineffiziente Netzteile vergrößern den Energiehunger: Im Extremfall kommen mehr als 300 W zusammen, während 50 W für einen genügsamen Büro-PC ausreichen.

Wird der Rechner zum Schreiben und für die Buchhaltung gebraucht, genügt auch ein Laptop. Laptops sind für den mobilen Einsatz optimiert. Alle Komponenten verbrauchen wenig Energie, damit sie lange unabhängig vom Stromnetz arbeiten. Somit ziehen sie bis zu zehnmal weniger Strom als ein High-End-PC. Wer anspruchsvolle Grafikprogramme anwendet, kann darauf aber kaum verzichten. Beim riesigen Angebot an Kommunikationsgeräten helfen auch Datenbanken im Netz, um eine effiziente Vorauswahl zu treffen. Unter www.office-topten.de findet sich etwa der Einkaufsratgeber der Deutschen Energie-Agentur. Die Seiten bieten Zudem viele weitere Tipps zum sparsamen Umgang mit den Bürogeräten.