Wirtschaftsminister Rainer Brüderle hat sich für eine Doppelstrategie gegen den sich abzeichnenden Fachkräftemangel ausgesprochen. "Zum einen wollen wir das inländische Potenzial an Arbeitskräften besser nutzen. Zum anderen müssen wir über die nationalen Grenzen schauen."
Brüderle für Doppelstrategie gegen Fachkräftemangel
"Im Ausland sollte das Wort 'Willkommen' zu den ersten Worten gehören, die mit Deutschland assoziiert werden", sagte Brüderle.
Bei der Zuwanderung gebe es in der Regierungskoalition jedoch "noch Diskussionsbedarf", räumte Brüderle ein. Insbesondere die CSU will die Zuwanderung begrenzen, solange die Arbeitslosigkeit nicht verschwunden ist. Den Schätzungen der Wirtschaft zufolge seien ihr im vergangenen Jahr durch Fachkräftemangel rund 25 Milliarden Euro entgangen.
Im Aufschwung müssten die staatlichen Krisenprogramme zurückgefahren werden, um Staat und Markt wieder ins Gleichgewicht zu bringen, betonte Brüderle. So habe er zum Ende des vergangenen Jahres den Deutschland-Fonds geschlossen, der rund 115 Milliarden Euro für angeschlagene Unternehmen bereitgestellt hatte. Aus dem Programm seien rund 14 Milliarden Euro an die Wirtschaft geflossen.
Brüderle fügte hinzu, auch bei Rohstoffen müsse der Mittelstand gezielt angesprochen werden. Mit Innovations-Gutscheinen sollten die Unternehmen in Zukunft kostengünstig fachkundige Beratung auch bei Rohstoff- und Materialeinsatzfragen bekommen.
dapd