Hyundai ix35 Fuel Cell und Toyota Mirai Die ersten Brennstoffzellenautos gehen in Deutschland an den Start

Während Volkswagen gerade vom Dieselskandal ausgebremst wird, geben die asiatischen Hersteller mit Brennstoffzellenautos Gas. Als Erster hat Hyundai mit dem ix35 Fuel Cell ein Fahrzeug mit Wasserstofftank in den Handel gebracht, jetzt zieht Toyota mit dem Mirai nach.

Blick in die Zukunft: der neue Toyota Mirai. - © Foto: Toyota

Günstig sind beide Autos nicht zu haben. Der Hyundai kostet 65.450 Euro inklusive Mehrwertsteuer, der Toyota soll knapp 80.000 Euro kosten. Er kann aber auch für rund 1.200 Euro im Monat geleast werden, bei einer auf vier Jahre ausgelegten Laufleistung von 80.000 Kilometer. Dafür bekommt der Kunde jeweils ein Fahrzeug der Effizienzklasse A+.

Brennstoffzellenautos werden von einem Elektromotor angetrieben, haben aber gegenüber klassischen E-Autos einen entscheidenden Vorteil: Der Strom kommt nicht aus der Steckdose, sondern wird von der Brennstoffzelle aus Wasserstoff erzeugt.

Somit entfallen die langen Ladezeiten. Wasserstoff kann in drei bis fünf Minuten aufgetankt werden. Doch an Tankstellen fehlt es noch im Land, bundesweit gibt es nach An­gaben des TÜV Süd erst 29.

Allerdings soll das Netz bis zum Jahr 2023 auf 400 Stationen wachsen. Den Ausbau vorantreiben will das Unternehmen H2 Mobility, das von Daimler, Linde, Air Liquide, OMV, Shell und Total gegründet wurde. Mit Investitionen von rund 400 Millionen Euro will der Firmenverbund in Deutschland das dichteste Tankstellennetz für Wasserstoff aufbauen, unterstützt vom Bund, der die Brennstoffzellentechnologie bis 2018 mit 161 Millionen Euro fördern will.

Hyundai ix35 Fuel Cell

Der neue Hyundai ix35 Fuel Cell. - © Foto: Hyundai

Hyundai rühmt sich als Hersteller des ersten weltweit in Serie produzierten Brennstoffzellenautos, das seit diesem Frühsommer auch in Deutschland angeboten wird. Der 136 PS starke Elektromotor, mit dem das SUV in 12,5 Sekunden aus dem Stand auf Temop 100 beschleunigt und der bei einer Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h abgeregelt ist, verbraucht 0,95 kg Wasserstoff auf 100 Kilometer.

Der Wasserstoff wird in zwei Hochdrucktanks mit insgesamt 144 Liter Fassungsvermögen gelagert, was 5,64 Kilogramm entspricht. Die Reichweite gibt Hyundai mit knapp 600 Kilometer an.

Toyota Mirai

Wasserstoff tanken dauert nicht länger als fünf Minuten. - © Foto: Toyota

Mirai ist das japanische Wort für Zukunft. Mit seiner neuen Brennstoffzellenlimousine will Toyota zeigen, in welche Richtung der Autobauer steuern wird. Schon von 2020 an will Toyota 30.000 Mirai pro Jahr produzieren. Das Fahrzeug sei ein attraktives Angebot für Pioniere, die eine Energierevolution starten möchten, heißt es bei Toyota.

Allein wegen seines futuristischen Designs dürfte der neue Mirai zum Hingucker werden. Er beschleunigt laut Hersteller in 9,6 Sekunden von null auf hundert. Wobei ein elektrisch betriebener Luftkompressor jene Geräusche erzeugt, die der Fahrer von der Beschleunigung eines konventionellen Antriebs kennt. Denn der 155 PS starke Elektromotor bietet zwar in allen Drehzahlbereichen das volle Drehmoment, läuft dabei aber völlig lautlos.