Schnelles Internet Breitbandanschluss: Deutsche Unternehmen hinken hinterher

Schnell große Datenmengen zu verschicken, ist für viele Unternehmen in Deutschland problematisch. Wenn es um die Verbreitung von Breitbandanschlüssen geht, liegt die deutsche Wirtschaft nur im Mittelfeld. Das liegt jedoch nicht nur an der Infrastruktur.

Nur 25 Prozent der Unternehmen nutzen in Deutschland schnelles Internet. - © Foto: Alex Tihonov/Fotolia.com

Nur jedes vierte Unternehmen mit mehr als zehn Mitarbeitern verfügt in Deut schland über einen schnellen Internetan schluss, also einem Breitbandan schluss mit einer vertraglich festgelegten Übertragungsrate von mehr als 30 Megabyte pro Sekunde. Das geht aus einer Erhebung des Statisti schen Bundesamtes für das Jahr 2014 hervor.

Damit liegt die Bundesrepublik europaweit nur im Mittelfeld und knapp über dem Durch schnitt der 28 Mitgliedstaaten der Europäi schen Union. Spitzenreiter ist Dänemark. Dort haben 53 Prozent der Unternehmen Zugang zu einem Breitbandan schluss. Auch in den Nachbarländern Niederlande und Belgien (jeweils 43 Prozent) sowie in Schweden (41 Prozent) ist schnelles Internet weit verbreitet. Kaum vorhanden war schnelles Internet bei Unternehmen in Zypern (5 Prozent), Griechenland und Kroatien (jeweils 10 Prozent). Auch in Italien (12 Prozent) verfügen nur wenige Unternehmen über einen Breitbandan schluss.

Handwerk fordert Situation für Betriebe zu verbessern

Die Zahlen des Statisti schen Bundesamtes bilden jedoch nur ab, wie viele Unternehmen Breitbandinternet nützen. Sie spiegeln nicht den Stand des infrastrukturellen Ausbaus von schnellem Internet wider. Derzeit haben nach Angaben des Bundesministeriums für digitale Infrastruktur etwas mehr als 60 Prozent der Haushalte Zugang zu einem Breitbandan schluss.

Doch gerade in ländlichen Gebieten ist es für Unternehmen teils noch schwierig, einen Breitbandan schluss zu bekommen. Das Handwerk hat in der Vergangenheit immer wieder gefordert, die Situation für die Betriebe ra sch zu verbessern, um den Wettbewerb nicht zu gefährden.

Schnelles Internet für alle bis 2018

Nach dem Willen der Bundesregierung soll bis 2018 flächendeckend schnelles Internet von mindestens 50 Megabyte pro Sekunde verfügbar sein. Im Februar 2015 hat die große Koalition dafür eine Änderung der Frequenzverordnung be schlossen. Die 700 MHz-Frequenzen, die bisher für das "DVB-T"-Fernsehen genutzt werden, stehen demnach künftig für den Ausbau des mobilen Breitbands - und damit für schnelles Internet - zur Verfügung. Ab dem Frühsommer 2015 soll die Versteigerung der Frequenzen beginnen.

Die Erlöse will das Bundesverkehrsministerium in die digitale Infrastruktur investieren. 2010 waren bei einer ähnlichen Versteigerung 4,4 Milliarden Euro für den Bund herausgesprungen.

Auch die "Netzallianz Digitale Infrastruktur" aus mittelständi schen Betrieben und Großunternehmen soll in den kommenden Jahren die Verbreitung von schnellem Internet vorantreiben. Firmen wie Kabel Deut schland, die Thüringer Netkom, Ewe Tel, die Bundesnetzagentur und mehrere Verbände an. sch