Die Brauereien erwarten für 2012 weiter sinkende Absatzmengen. Für das Gesamtjahr rechnet der Verband der Privaten Brauereien mit einem Rückgang der Produktionsmenge von ein Prozent auf 97,3 Millionen Hektoliter. Das sagte Verbandspräsident Gerhard Ilgenfritz am Montag im Vorfeld der Fachmesse "Brau Beviale" in Nürnberg.

Viele verregnete Tage im September hätten die gute Bilanz des Sommers vollständig zunichtegemacht, so der Verband. Doch der Bierkonsum ist seit Jahren rückläufig. Von 2007 bis 2011 sank der Verbrauch von 111,8 auf 107, 2 Liter prof Kopf. Als Hauptgrund führte Ilgenfritz veränderte Gewohnheiten der Verbraucher an. "Das berühmte Feierabendbier gibt es nicht mehr", sagte er. Ursache hierfür sei auch ein anderes Gesundheitsdenken.
Mineralwasser weiter gefragt
Entsprechend ging es mit dem alkoholfreien Bier weiter bergauf. Im ersten Halbjahr 2012 stieg der Absatz dieses Gerstensaftes um 10,1 Prozent. Zugenommen hat nach Angaben der Vereinigung Alkoholfreie Getränke-Industrie (AFG) auch der Absatz von Mineral- und Heilwässern, und zwar um gut zwei Prozent in den ersten neun Monaten 2012. 2011 lag der Pro-Kopf-Verbrauch hier laut AFG mit 135,5 Litern auf Rekordniveau.
Erneut rückläufig ist indes der Verbrauch von Fruchtsäften und Fruchtnektaren – bedingt durch teurere Rohware und damit einhergehenden Preissteigerungen. Nachdem spürbare Preissteigerungen beim Bier 2012 ausgeblieben sind, schließt sie Ilgenfritz für 2013 nicht mehr aus. "Die Notwendigkeit dazu ist auf jeden Fall gegeben", betonte er und verwies auf die hohen Energiepreise.
Preisanhebungen größerer Brauereien sind angekündigt
Die drei Brauereien Beck's, Hasseröder und Veltins, die in der Vergangenheit mit Werbeaktionen auf sich aufmerksam gemacht hatten, hätten für 2013 bereits Preisanhebungen zwischen 50 und 70 Cent pro Kasten angekündigt. Andere Brauereien hätten sich noch nicht offiziell zu einem solchen Schritt geäußert. Die Fachmesse "Brau Beviale" gilt als wichtigster Branchentreff für die Produktion und Vermarktung von Getränken. Sie wird am Dienstag (13. November) eröffnet und dauert bis zum 15. November. Zu der Schau werden 1.290 (Vorjahr 1.384) Aussteller aus 50 Ländern erwartet sowie etwa 31.500 (Vorjahr 31.693) Besucher, davon 36 Prozent aus dem Ausland. dapd