Bierabsatz Brauer-Bund erwartet nur langsame Markterholung

Erst waren die Kneipen monatelang dicht, dann fielen Veranstaltungen wie Schützenfeste und selbst das Oktoberfest aus. Die deutsche Brauwirtschaft musste 2021 erneut einen deutlichen Absatzrückgang verzeichnen - und auch 2022 beginnt nicht verheißungsvoll.

Die Gastronomie als wichtiger Abnehmer war von monatelangen Lockdowns betroffen. - © GrafKoks - stock.adobe.com

Der Deutsche Brauer-Bund rechnet nach deutlichen Absatzrückgängen in der Corona-Krise allenfalls mit einer langsamen Erholung des Biermarktes. Verunsicherte Verbraucher, verschärfte Zugangsregeln für die Gastronomie und die Absage vieler Events wirkten sich für die von mittelständischen und handwerklichen Betrieben geprägte Brauwirtschaft beinahe wie ein erneuter Lockdown aus, erklärte Hauptgeschäftsführer Holger Eichele am Freitag.

Gastronomie weggebrochen

Viele Gastwirte haben den Angaben nach ihre Lokale mangels Rentabilität freiwillig geschlossen. In der Folge hätten im Januar immer mehr Brauereien erneut Kurzarbeit anmelden müssen und die Abfüllung von Fassbier bremsen müssen. "Die Omikron-Welle trifft auf Betriebe, die durch die Auswirkungen der nunmehr fast zwei Jahre andauernden Krise bereits stark geschwächt sind und nicht selten mit dem Rücken zur Wand stehen", sagte Eichele. Das gelte für Gaststätten wie für Brauereien.

Branche rechnet mit weiterem Rückgang

Im abgelaufenen Jahr habe vor allem der monatelange Lockdown der Gastronomie die rund 1500 Brauereien umfassende Branche schwer getroffen. Der Brauer-Bund rechnet bei alkoholhaltigem Bier für das Jahr 2021 mit einem weiteren Absatzrückgang um etwa 3 bis 4 Prozent. Damit seien etwa 200 bis 300 Millionen Liter weniger alkoholhaltiges Bier abgesetzt worden als im Jahr 2020. Damals hatte die Branche ein Rekordminus von 5,5 Prozent verzeichnet. Die offiziellen Zahlen will das Statistische Bundesamt am kommenden Dienstag veröffentlichen. dpa