Zungenbrecher übers Handwerk Wie Bodo Wartke Reime schmiedet und Verse drechselt

Millionen Aufrufe für den "dicken Dachdecker", den "cleveren Klempner" oder "Stuck für Stuck": Kabarettist Bodo Wartke landet derzeit reihenweise virale Hits mit Zungenbrechern, die sich nicht selten mit dem Handwerk beschäftigen. Was inspiriert ihn dazu? Was weiß Bodo Wartke über das Handwerk? Und wird es bald noch mehr gerappte Zungenbrecher über Handwerksberufe geben?

Aus dem Handwerk bekommt Klavierkabarettist Bodo Wartke inzwischen viele Anregungen für neue Lieder. Teils schicken ihm Handwerker auch Videos zu, in denen sie seine Zungenbrecher nachstellen. - © Reimkultur GmbH & Co. KG

Seit 27 Jahren tourt Bodo Wartke als Klavierkabarettist durch den deutschsprachigen Raum – und nun seit einigen Monaten als singender Wortakrobat durch die sozialen Medien. Mit "Barbaras Rhabarberbar" ist ihm ein viraler Hit und einer der Songs des Sommers 2024 gelungen. Der gesungene und zum Rap veredelte Zungenbrecher erreichte auf Instagram, TikTok & Co. ein Millionen-Publikum. Wie auch einige seiner anderen Geschichten, die auffallend oft vom Handwerk handeln. Die Zungenbrecher tragen Titel wie "Der dicke Dachdecker" (Video weiter unten), "Der Mauer-Erbauer" oder "Der clevere Klempner".

Im Interview mit der Deutschen Handwerks Zeitung erzählt er, was ihn mit dem Handwerk verbindet – und ob er noch weitere Handwerksberufe besingen wird.

Bodo Wartke: "Ich habe gelernt, was eine Flachdübelfräse ist"

Gleich Ihr erster Zungenbrecher über das Handwerk wurde ein Millionen-Hit. Wie entstand die Idee vom "Dicken Dachdecker"?

Bodo Wartke: Der Original-Zungenbrecher, auf dem mein Song fußt, besteht lediglich aus dem Satz "Der dicke Dachdecker deckt dir dein Dach". Ich habe ihn zufällig auf einer Internetseite für Logopädie und Sprechtraining entdeckt, die viele Zungenbrecher gesammelt und alphabetisch sortiert hat. Ich fand ihn sofort super, wegen seines Klangs, und habe mich direkt gefragt: wie könnte die Geschichte wohl weitergehen?

Haben Sie beim Songschreiben oder durch das Feedback auf die Veröffentlichungen auch etwas über das Handwerk gelernt?

Ja, ich habe viel gelernt, unter anderem, wie die unterschiedlichen Gaubenarten heißen und was eine Flachdübelfräse ist.

Auf der Bühne beweisen Sie als vielseitiger Klavierkabarettist Fingerfertigkeit. Sind sie auch handwerklich geschickt?

Nun ja. Ich kann ganz gut Reime schmieden, Verse drechseln und sie danach in Töne gießen. Ansonsten ist es um meine handwerklichen Fähigkeiten leider nicht allzu gut bestellt. Kochen kann ich immerhin ganz passabel. Zählt das?

"Viele Ideen für weitere Zungenbrecher-Songs stammen aus der Handwerks-Community"

Sind Sie durch Ihre Songs auch in Kontakt mit Handwerkern gekommen?

Ja, ich habe viele tolle Leute kennengelernt. Unter anderem war ich zu Gast im Handwerker-Podcast "Der Höfliche und der Baustein", das war ein großer Spaß! Und viele gute Ideen für weitere Zungenbrecher-Songs stammen aus der Handwerks-Community.

Wird es noch mehr gerappte Zungenbrecher übers Handwerk von Ihnen geben?

Na klar wird es weitere geben! Einige sind bereits fertig geschrieben und auch schon aufgenommen, nur noch nicht veröffentlicht. Die Schwierigkeit bei jedem neuen Handwerker-Song liegt darin, ihn möglichst zungenbrecherisch zu gestalten – sofern ihm nicht schon ein real existierender Zungenbrecher zugrunde liegt, wie bei "Der dicke Dachdecker" oder "Der friesische Fliesenleger". Für viele weitere Berufe habe ich zwar schon einen guten Aufhänger, nur noch keine fertige Story. Aber die fällt mir ganz bestimmt noch ein, da bin ich mir sicher!