Nach einem schwierigen Jahr 2024 schien sich der Markt für Wärmepumpen zuletzt stabilisiert zu haben. Jetzt fürchtet sich die Branche vor einem erneuten Rückschlag.

Nach einer Stabilisierung des Wärmepumpen-Marktes warnt der Branchenverband vor erneuten Diskussionen um die Wärmewende und eine Umkehr bei der Förderung. "Ein Abweichen vom Kurs hin zu erneuerbaren Energien, das wäre eine Rolle rückwärts", sagte Martin Sabel, Geschäftsführer des Bundesverbandes Wärmepumpe (BWP) mit Blick auf eine neue Regierung. Allein im Monat Januar habe die Branche mit rund 18.000 (Januar 2024: 17.000) erstmals wieder mehr Wärmepumpen abgesetzt als vor Jahresfrist.
Wärmepumpen-Branche warnt vor Rolle rückwärts
Kontinuität fordert die Branche insbesondere für die Förderung. Das Schlimmste bei Förderprogrammen sei eine Ankündigung, dass sich in ein paar Monaten etwas ändern werde. "Dann haben wir einen Riesen-Run oder eine Riesen-Abwartehaltung", sagte Sven Kersten, Sprecher des Beirates Industrie des Verbandes. Industrie und Handwerk hätten sich auf die Anforderungen eingestellt.
Wärmepumpen 2024 mit rund zwei Milliarden Euro gefördert
Wie der Verband weiter mitteilte, sind allein 2024 insgesamt 2,2 Milliarden Euro für die Förderung von Wärmepumpen aufgewendet worden. Interessierte können dabei bis zu 70 Prozent der förderfähigen Kosten von 30.000 Euro erhalten. Neben einer Grundförderung von 30 Prozent gibt es einen Geschwindigkeitsbonus sowie einen Einkommensbonus für einkommensschwache Haushalte. In den Grundfesten müsse die Förderung auf absehbare Zeit so erhalten bleiben, forderte Sabel.
Union will klimafreundliches Heizen weiter fördern
Schon vor der Bundestagswahl hatten Union und SPD darauf hingewiesen, das Heizungsgesetz, wie das GEG umgangssprachlich genannt wird, zu ändern und die Förderung anzupassen. Fachpolitiker wie der Unionspolitiker Andreas Jung hatten betont, künftig auf klare Rahmenbedingungen setzen. Dazu zählt für ihn auch die Lenkungswirkung eines CO₂-Preises. Eine Förderung für klimafreundliche Heizungen solle es seiner Ansicht nach aber weiter geben.
Preissteigerungen über höhere CO₂-Preise erwartet
Derzeit müssen für eine Tonne CO₂ rund 55 Euro (Vorjahr: 45 Euro) bezahlt werden. Ab dem Jahr 2027 wird es mehr werden, wenn es auch einen CO₂-Handel für Gebäudewärme und für den Verkehrssektor geben wird. Der Verband rechnet mit steigenden Preisen für Gas- und Öl. Bei einem fiktiven CO₂-Preis von 100 Euro pro Tonne könne dies das Beheizen eines normalen Einfamilienhauses um 200 Euro beziehungsweise 300 Euro pro Jahr verteuern, hieß es weiter.
Keine einfache Zeit für Wärmepumpen im vergangenen Jahr
Wie der Verband schon zuvor mitteilte, war der Absatz von Wärmepumpen 2024 um 46 Prozent auf 193.000 Heizungswärmepumpen eingebrochen. Als Grund hatte Sabel eine breite Verunsicherung bei Verbrauchern angesichts der Diskussion um die Wärmeplanung und das Gebäudeenergiegesetz (GEG) sowie die dazugehörende Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) genannt.