Zum 1. August können ausländische Fachkräfte leichter nach Deutschland einwandern. Die „Blaue Karte EU“ können Absolventen mit Hochschulabschluss oder einer vergleichbaren Qualifikation bekommen. Die Bundesregierung will so die Attraktivität des Standortes Deutschland steigern.

Um die neue Einreise-Karte zu erhalten, brauchen ausländische Bewerber nicht nur einen hohen Qualifizierungsgrad, sondern müssen zudem ein Arbeitsverhältnis nachweisen, das ihnen ein Bruttogehalt von mindestens 44.800 Euro einbringt. Damit wird die bisherige Gehaltsschwelle von 66.000 Euro deutlich gesenkt.
Für Mangelberufe ist die Gehaltsgrenze noch niedriger: Für Naturwissenschaftler, Mathematiker, Ingenieure, Ärzte und IT-Fachkräfte beträgt sie knapp 35.000 Euro pro Jahr. Besteht ein Arbeitsvertrag nach drei Jahren fort, erhalten die Inhaber der "Blauen Karte EU" eine unbefristete Niederlassungserlaubnis, bei guten Deutschkenntnissen bereits nach zwei Jahren.
Ausländer, die einen Hochschulabschluss haben und eigenständig ihren Lebensunterhalt sichern können, dürfen sechs Monate lang auf Arbeitsplatzsuche gehen. Ausländische Absolventen deutscher Hochschulen dürfen künftig 18 statt bisher 12 Monate nach einer Beschäftigung suchen.
Quelle für Wohlstand
Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler erklärte heute: "Deutschland braucht qualifizierte Fachkräfte. Sie sind die wichtigste Quelle für Wachstum und Wohlstand in Deutschland. Angesichts der demografischen Entwicklung sind wir neben unserem heimischen Fachkräftepotential immer stärker auch auf ausländische Fachkräfte angewiesen“
Die gesetzliche Neuregelung sei deshalb ein Schritt in die richtige Richtung. Mit ihr werde der Einstieg in ein transparentes, an den Notwendigkeiten des Arbeitsmarktes ausgerichtetes Aufenthaltsrecht geschaffen. Damit steige die Attraktivität des Standortes Deutschland für qualifizierte Zuwanderer spürbar. sg/dapd