Smartphones, Tablet-Computer, Notebooks. Mobile Endgeräte werden Mitarbeitern in deutschen Betrieben immer häufiger als Arbeitsmittel zur Verfügung gestellt. Das Bundeskriminalamt warnt jedoch vor den damit verbundenen Sicherheitsrisiken für den Mittelstand.

Drei von vier Unternehmen in Deutschland wollen ihre Mitarbeiter künftig mit mobilen Arbeitsgeräten ausstatten, wie aus einer Analyse des IT-Dienstleisters Info AG hervorgeht. Der Trend zum "immer und überall erreichbar sein" stellt nach Ansicht des Bundeskriminalamtes (BKA) aber ein zunehmendes Sicherheitsrisiko für mittelständische Betriebe dar. Der jüngste Lagebericht des BKA kommt zu dem Schluss, dass mobile Endgeräte ein Einfallstor für Cyber-Kriminalität seien. Über die drahtlosen Netzwerkverbindungen würde Kriminellen der Zugang zu sensiblen Unternehmensdaten wesentlich erleichtert. Beispielsweise nutzten Kriminelle Smartphones gezielt, um in Firmennetzwerke einzudringen oder Passwörter auszuspähen.
Mittelständler unterschätzen Risiken
Der Mittelstand scheint das Problem noch zu unterschätzen. 40 Prozent der Mittelständler verfügen dem BKA zufolge über keine ausreichenden Mechanismen, um ihre Daten wirksam zu schützen. Beispielsweise bestehe die Gefahr, dass Unbefugte in das Firmennetzwerk eindringen und SMS-basierte Authentifizierungssysteme aushebeln. Von kommerziellen Firewalls und herkömmlichen Virenscannern für den privaten Gebrauch würden diese Schädlinge häufig übersehen, so Frank von Allwörden, Geschäftsführer der Info-AG-Tochter Info CS GmbH.
Unternehmen würden das Sicherheitsrisiko im eigenen Haus sogar noch zusätzlich erhöhen, indem sie Mitarbeiter ausdrücklich ermutigen, mobile Endgeräte zu nutzen. In der Regel werde private Hardware in den IT-Sicherheitsrichtlinien nicht berücksichtigt.
"Drei von fünf IT-Verantwortlichen wissen nicht einmal, ob und in welchem Umfang Mitarbeiter beispielsweise über ihr eigenes Smartphone sensible Firmen- und Kundendaten abrufen. Damit entgleitet den IT-Verantwortlichen die Kontrolle über regelmäßig durchzuführende Sicherheitsupdates auf mobilen Geräten", erklärt von Allwörden.