Tages- und Festgeld Bitte das Kleingedruckte lesen

Die Zinsen für Tages- und Festgelder erholen sich zusehends und viele große Anbieter haben neue Angebote im Programm. Bei der richtigen Wahl, kann sich ein Kontowechsel lohnen. Aber Vorsicht: Oft muss zusätzlich ein Girokonto eröffnet werden oder die abgesicherten Summen sind begrenzt.

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Auf den vorderen Plätzen der Angebote finden sich alte Bekannte wie die Cortal Consors und die Bank of Scotland. Beide bieten 2,6 Prozent. Bei der Bank of Scotland gibt es zudem einen Bonus von 20 Euro bei Kontoeröffnung, Cortal Consors gewährt eine Zinsgarantie von zwölf Monaten. Damit sind bei einer Anlagesumme von 20.000 Euro immerhin 520 Euro Zinsen im Jahr möglich, bei der Bank of Scotland kommt der Bonus dazu.

Zu den Platzhirschen gesellen sich weitere Anbieter wie die PSD Bank Rhein-Neckar-Saar, die befristet 3,0 Prozent gewährt - maximal können jedoch lediglich 20.000 Euro zu dem starken Zins angelegt werden, darüber hinaus gibt es nur 1,77 Prozent. Eine weitere Voraussetzung ist, dass das Geld in den vergangenen sechs Monaten nicht bei der PSD-Bank angelegt gewesen sein darf.

Die Advanzia Bank bietet 2,96 Prozent für alle Einlagen ab 5.000 Euro - der Kunde darf vorher aber nicht bei der Advanzia Bank gewesen sein. Die Zinsen werden monatlich gutgeschrieben, es gilt die europäische Einlagensicherung.

Ebenfalls attraktiv sind die Angebote der Credit Europe Bank und vom neuen Anbieter moneyyou, einer Tochter der niederländischen ABN AMRO, die wie die bekannten Namen beim Tagesgeld ebenfalls 2,6 Prozent bietet.

Einen Top-Platz besetzen die beiden Autobanken von Audi und Volkswagen. Sie bieten Neukunden jeweils 2,5 Prozent - bis zu einer Anlagesumme von 50.000 Euro. Darüber hinaus sinken die Zinsen auf 1,75 Prozent, bei telefonischer Kontoführung sind es nur noch 1,65 Prozent. In der Fraktion der 2,5-Prozenter finden sich zudem die ING Diba, die NIBC Direkt sowie die Santander Bank.

Beim Festgeld ist derzeit kaum mehr zu holen als beim Tagesgeld: 3,0 Prozent bieten die Top-Anbieter wie Bank of Scotland, Credit Europe oder die IKB Direkt bei Anlagen für ein Jahr. Wer sich für fünf Jahre binden will, kann bei der Bigbank (4,4 Prozent) und auch bei der Bank of Scotland sowie bei der NIBC Direkt mit 4,1 Prozent einen Top-Zins erreichen. Zum Vergleich: Die schlechtesten Anbieter zahlen deutlich unter zwei Prozent.

Nur die hohen Zinsen allein reichen nicht

Der Vergleich zeigt, dass der Markt in Bewegung ist. Und der Wechsel lohnt sich - beim Festgeld wie beim Tagesgeld. So werden im Schnitt für Tagesgelder immer noch weniger als 1,5 Prozent gezahlt. Bei einem Wechsel zu den Top-Anbietern ist damit bei einer Anlagesumme von 20.000 Euro ein Zinsplus von über 200 Euro im Jahr möglich.

Auf eines sollten die Anleger beim Wechsel jedoch immer achten: Die Anbieter mit europäischer Einlagensicherung begrenzen die Sicherung nach wie vor auf 100.000 Euro pro Person - mehr Geld sollte deshalb bei Anbietern wie der Advanzia Bank auch nicht angelegt werden.

Bieten Banken deutlich mehr als die erwähnten Zinsen, sollte ins Kleingedruckte geschaut werden: Oft sind gerade hohe Tagesgeldzinsen etwa an einen Depot- oder Girokontowechsel gebunden. Wer ohnehin gerade wechseln will, kann sich die Konditionen natürlich sichern - ein Wechsel nur aufgrund guter Zinsen rechnet sich in vielen Fällen aber nicht.

dapd