Rede im Bundestag Bischof Müller: Papstbesuch ein Zeichen gegen "aggressiven Atheismus"

Der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller erwartet vom Papstbesuch in Berlin im September ein deutliches Signal gegen kirchenfeindliche Tendenzen in der Politik. Es sei gut, dass Benedikt XVI. als bedeutendster Vertreter des Christentums auf Weltebene im Bundestag sprechen werde, sagte Müller der Nachrichtenagentur dapd in Regensburg.

Foto: dapd

Bischof Müller: Papstbesuch ein Zeichen gegen "aggressiven Atheismus"

München (dapd). Der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller erwartet vom Papstbesuch in Berlin im September ein deutliches Signal gegen kirchenfeindliche Tendenzen in der Politik. Es sei gut, dass Benedikt XVI. als bedeutendster Vertreter des Christentums auf Weltebene im Bundestag sprechen werde, sagte Müller der Nachrichtenagentur dapd in Regensburg.

"Ich glaube, das ist ein ganz wichtiges Zeichen gegenüber dem aggressiven Atheismus, der meint, man könne den Staat zu einem Instrument machen, um das Christentum in den privaten Raum zurückzudrängen." Religion sei keine Privatsache. Es sei vielmehr ein Menschenrecht, seine Religion öffentlich zu bekennen und zu praktizieren.

Kritikern der geplanten Papstrede im Bundestag warf Müller vor, sie hätten ein Staatsverständnis der alten Art: "Früher hat die Obrigkeit bestimmt, ob das Land evangelisch oder katholisch war. Jetzt meint man, die Obrigkeit bestimmt, dass wir ein säkularistischer Staat sind. Das ist vormodern!" Das widerspreche dem Grundgesetz und dem Menschenrecht auf freie Religionsausübung.

Der Bischof wandte sich zugleich gegen eine Charakterisierung der Bundeshauptstadt als gottlos: "Berlin ist keine atheistische Stadt und das ist gut so! Der Atheismus ist eine private Weltanschauung, aber nicht die offizielle Philosophie eines Bundeslandes." Den Wirbel um die angekündigten Proteste gegen den Papst fürchtet Müller nach eigenen Angaben nicht: "Manchen Leuten kommt immer alles Recht, wenn gegen die Kirche gearbeitet wird."

Benedikt XVI. kommt vom 22. bis 25. erstmals zu einem offiziellen Staatsbesuch nach Deutschland. Zentrale Stationen der Reise sind Berlin, Erfurt und Freiburg. Insbesondere die geplante Rede des Papstes im Bundestag war von Politikern unterschiedlicher Parteien kritisiert worden.

dapd