Binnenkonjunktur verbessert sich

Allgemeine Wirtschaftsdaten

Binnenkonjunktur verbessert sich

Die deutsche Wirtschaft erzielte 2010 eine Zunahme des Bruttoinlandsproduktes (BIP) um real 3,6 Prozent und hat sich damit überraschend schnell von dem massiven Konjunktureinbruch erholt. Für 2011 erwartet die Bundesregierung ein Wirtschaftswachstum von 2,3 Prozent. Optimisten sagen sogar ein Plus von 3,0 Prozent voraus. Allerdings könnte der steigende Ölpreis dem Aufschwung einen Dämpfer verpassen.

Beim privaten Konsum gewannen im vergangenen Jahr die konjunkturellen Auftriebskräfte die Oberhand und sorgten für einen Zuwachs von 0,5 Prozent. Der Anstieg soll sich 2011 auf 1,6 Prozent beschleunigen. Basis für die steigende Kaufbereitschaft bilden die vorteilhaften Einkommens- und Arbeitsmarktperspektiven.

Die Ausrüstungsinvestitionen haben 2010 maßgeblich zum BIP-Wachstum beigetragen. Im Jahr 2011 wird sich der positive Trend (+ 8,0 Prozent) fortsetzen. Dafür sprechen vor allem die erhöhte Kapazitätsauslastung und die erfreulichen Absatzaussichten. Zudem erleichtert die verbesserte Gewinnsituation sowohl die Innen- als auch die Außenfinanzierung.

Die Exporte nahmen 2010 im Zuge der globalen Konjunkturerholung kräftig zu. Angesichts der günstigen Rahmenbedingungen - das Welthandelsvolumen soll laut Internationalem Währungsfonds (IWF) 2011 um 7,0 Prozent zulegen - werden sie weiter steigen. Gleichwohl wird sich die Wachstumsrate mit 6,5 Prozent abschwächen.

Der Preisanstieg auf der Verbraucherstufe fiel 2010 mit 1,1 Prozent sehr moderat aus. 2011 zeichnet sich eine Eintrübung des Preisklimas ab. Insbesondere die anziehenden Energie- und Rohstoffpreise treiben die Teuerungsrate nach oben. Die Bundesregierung sieht in ihrer Jahresprojektion die Inflationsrate noch bei 1,8 Prozent. Diese Marke dürfte aber wegen der jüngsten Entwicklung kaum zu halten sein.

Der Arbeitsmarkt steht auch 2011 im Zeichen des Konjunkturaufschwungs. Das ifo-Beschäftigungsbarometer sowie der Stellenindex der Arbeitsagentur signalisieren weiterhin eine hohe Einstellungsbereitschaft der gewerblichen Wirtschaft. Die Zahl der Erwerbstätigen könnte um 320.000 auf 40,8 Millionen steigen.