Sie brauchen einen neuen Kat für Ihr Auto? Kein Problem. Im Internet werden Sie schnell fündig und machen ein Schnäppchen. Doch Vorsicht. Die billigen Katalysatoren machen alles andere als glücklich.
Christoph Ledder

Für Autoersatzteile ist das Internet ist für Autofahrer ein wahres Eldorado. Schnäppchen lauern an jeder Ecke. Derzeit boomt das Geschäft mit billigen Austauschkatalysatoren, die einige Online-Händler zu einem Preis für unter 100 Euro anbieten. Doch bekommt man für den guten Preis auch Qualität?
Rund 400.000 Katalysatoren werden pro Jahr in deutschen Kfz-Werkstätten ausgetauscht. Laut Deutscher Umwelthilfe (DUH) werden 50 Prozent davon in Vertragswerkstätten getauscht. Diese Austausch-Kats sind im Rahmen der Typgenehmigung des Fahrzeugs zugelassen. Die anderen 50 Prozent sind laut DUH den billigen Austauschkats zuzuordnen.
Mangelnde Verarbeitung bei Kats
Die so genannten "Billig-Kats" zum Spotpreis sind im Gegensatz zu den von den Autoherstellern verbauten Systemen Verursacher von Schadstoffemissionen und gelten nachweislich als umwelt- und gesundheitsgefährdend. Ein Grund dafür ist die mangelnde Verarbeitung. Urs Maier von der DUH erklärt: "Bei den meisten dieser 'Billig-Kats' wird nicht viel Wert darauf gelegt, wie sie verarbeitet werden. Des Weiteren werden in ihnen schlechte Fasern verarbeitet, die krebserregend sind."
In einem vom DUH veröffentlichten Gutachten geht es vor allem um die Asbestfaser "Krokydolith". In dem Bericht heißt es: "So wurde die krebserzeugende Wirkung bei der Asbestfaser 'Krokydolith' bei Menschen nachgewiesen."
Fasern in "Billig-Kats" sind krebserregend
Mit dem Gutachten appelliert die DUH auch an die Autofahrer, bei Katalysatoren nicht an der falschen Stelle zu sparen. Vor allem nach leichten Beschädigungen entwickeln sich die "Billig-Kats" zu gefährlichen Autoteilen. "Die keramischen Fasern, die in den Lagermatten der Kats lagern, können ausgeblasen werden. Wenn sie eingeatmet werden, kann das Krebs auslösen", sagt Maier.
Wesentliche Bestandteile eines Katalysators sind Rhodium, Platin und Palladium. In den meisten Fahrzeugmodellen wird ein Drei-Wege-Katalysator verwendet, der die Abgase in drei chemischen Schritten reduziert.
Qualitätsunterschiede auch im Innenleben
Auch am Innenleben eines Katalysators kann man erkennen, ob es sich um ein teures oder billiges Produkt handelt. "Das Gemisch aus Platin und Rhodium ist schwarz. Ist der Katalysator also innen hell, handelt es sich in den meisten Fällen um einen Billig-Katalysator", erklärt Matthias Pfau, technischer Berater beim Kfz-Landesinnungsverband Bayern. Und auch die so genannte Lambdasonde weist bauliche Mängel auf. "Sie sitzt bei den billigen Produkten oft an der falschen Stelle und ist nicht selten nutzlos", so Pfau. Neben den falsch montierten Bestandteilen ist ein Billig-Kat auch nicht passgenau, wie Pfau weiter erläutert. Aufgrund der Passungenauigkeit fängt der Kat dann nach kurzer Zeit zu klappern an. Zudem liegt die Preisspanne bei einem Original-Kat zwischen 600 und 2.000 Euro. Darüber hinaus findet bei einem billigen Katalysator keine Abgasreinigung statt.
Blauer Engel als wichtige Unterstützung
Der 2014 für Katalysatoren eingeführte „Blaue Engel“ ist ein Umweltzeichen und kennzeichnet hochqualitative Katalysatoren. Er wird für die Kats vergeben, die ein niedriges Emissionsniveau gewährleisten und langfristig funktionsfähig bleiben. Es müssen also bestimmte Anforderungen erfüllt werden. Dazu gehört auch die Vermeidung gesundheitsschädlicher Wirkungen aus künstlichen Mineralfasern, die in den Lagermatten der Katalysatoren eingesetzt werden. Der "Blaue Engel" bietet also eine wichtige Orientierung für das Kfz-Handwerk, den Teilhandel und natürlich auch für den Autofahrer selbst.
So funktioniert der Katalysator
Im ersten Schritt werden Stickoxide zu Stickstoff reduziert, im nächsten Schritt wird Kohlenstoffmonoxid zu Kohlenstoffdioxid oxidiert. Im letzten Schritt werden nicht verbrannte Kohlenwasserstoffe zu Kohlenstoffdioxid und zu Wasserdampf oxidiert. Darüber hinaus besteht der Katalysator aus einem speziellen Keramiksatz, der von sehr kleinen Kanälen durchsetzt ist. Diese sind mit Platin beschichtet und wirken als Katalysator. Zusätzlich misst die so genannte Lambdasonde den Gehalt an nicht verbranntem Sauerstoff im Abgas und drosselt bei Bedarf die Luftzufuhr des Vergasers.
Im Motor darf sich nur eine gewisse Menge an Luft vorhanden sein, wie zum Verbrennen benötigt wird. Mit einem neuen Abgaskatalysator lassen sich zuverlässig circa bis zu 90 Prozent aller Schadstoffe in einem Kraftfahrzeug beseitigen.