Förderung verlängert Bildungsprämie: 500 Euro geschenkt für Weiterbildungen

Wer sich weiterbilden will, kann viel Geld sparen: Bis zu 500 Euro sind es mit der Bildungsprämie des Bildungsministeriums. Wegen der Corona-Krise wurde das Programm nun verlängert. Welche Voraussetzungen gelten.

Jessica Schömburg

Weiterbildung kann teuer sein. Einen Teil der Kosten übernimmt manchmal der Staat: Er zahlt eine Bildungsprämie aus. – © thingamajiggs – stock.adobe.com

Ein Leben lang lernen, das fällt manchmal gar nicht so leicht. Oft fehlt die Zeit oder das Geld ist knapp. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung vergibt deswegen eine Bildungsprämie. Ursprünglich war der Förderzeitraum bis Ende 2020 ausgelegt. Nun wurde er bis Ende 2021 verlängert.

Wer die Bildungsprämie bekommt

Den Prämiengutschein erhalten Personen, die pro Woche mindestens15 Stunden arbeiten oder in Elternzeit oder Pflegezeit sind und jährlich weniger als 20.000 Euro zu versteuerndes Einkommen haben. Bei Ehepaaren gilt: Das zu versteuernde Einkommen von beiden Ehepartnern zusammen darf höchstens 40.000 Euro hoch sein.

Dieser Betrag darf nicht mit dem Bruttoarbeitslohn verwechselt werden. Von diesem werden beispielsweise noch Sonderausgaben, Vorsorgeaufwendungen, individuelle Freibeträge und außergewöhnliche Belastungen abgezogen. Altersgrenzen gibt es für die Bildungsprämie seit 1. Juli 2017 keine mehr.

Grundsätzlich sind auch Kurzarbeitende förderfähig, sofern alle weiteren Förderkonditionen erfüllt sind. Bei der Ermittlung des zu versteuernden Einkommens wird das Kurzarbeitergeld nicht berücksichtigt. Auf der Seite des Bildungsministeriums können Interessenten prüfen, ob sie für die Förderung in Frage kommen.

So viel Geld steht Ihnen zu

Wer die Voraussetzungen erfüllt, kann mit einem Bildungsgutschein rechnen. Die Höhe des Gutscheins hängt von den Kosten der Weiterbildung ab: Die Hälfte übernimmt der Staat, die andere Hälfte muss der Kursteilnehmer selbst bezahlen. Für den Zuschuss des Staates gilt jedoch eine Obergrenze von 500 Euro, auch wenn die Weiterbildung mehr als 1000 Euro kostet. In Rheinland-Pfalz, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein werden Kurse mit Gebühren von mehr als 1.000 Euro nicht gefördert., da hier gesonderte Förderprogramme der Länder ab dieser Grenze greifen.

So beantragen Sie die Bildungsprämie

Während der Corona-Pandemie bieten die Beratungsstellen kontaktlose Verfahren an, um die Prämie zu beantragen. Anstatt eines Beratungsgespräches vor Ort sind eine telefonische Beratung und das elektronische oder postalische Übersenden der notwendigen Unterlagen möglich, soweit die technischen Möglichkeiten bei der jeweiligen Beratungsstelle gegeben sind. Das bedeutet, dass auch der Prämiengutschein per Email übermittelt werden kann. In diesem Fall ist er auch ohne original Unterschrift gültig. Hier gibt es eine Übersicht von Beratungsstellen, die dieses Verfahren anbieten.

Wichtig dabei: Das Beratungsgespräch muss vor Kursbeginn stattfinden. Ansonsten kann der Prämiengutschein dafür nicht mehr verwendet werden. Das gilt auch, wenn der Kurs bereits bezahlt oder eine Rechnung für die Weiterbildung ausgestellt wurde.

Nicht alle Weiterbildungen werden gefördert

Geördert werden in sich abgeschlossene Weiterbildungen, die frei zugänglich sind und ein didaktisches Konzept verfolgen. Nicht gefördert werden Vortrags- oder Informationsveranstaltung, wie zum Beispiel eine Messe, eine Tagung oder ein Kongress. Ausgenommen von dem Zuschuss sind außerdem Weiterbildungen zur Gesundheitsprävention oder zur Persönlichkeitsentwicklung. Auch für Weiterbildungen, die als Einzelunterricht konzipiert sind oder ausschließlich mit Selbstlernmedien stattfinden, gibt es keine Bildungsprämie. Darüber, ob ein spezieller Kurs für die Bildungsprämie in Frage kommt, können die Mitarbeiter der Beratungsstellen Auskunft geben.

Einfacher Umtausch aufgrund von Corona

Muss die geplante Weiterbildung Corona-bedingt ganz ausfallen, kann ein noch ungenutzter Gutschein mit Ausstellungsdatum zwischen dem 1. Oktober 2019 und dem 30. Juni 2020 bei der Beratungsstelle umgetauscht werden, die den originalen Prämiengutschein ausgestellt hat. Für den Umtausch sind keine weitere Begründung und auch kein neues Beratungsgespräch notwendig. Benötigt wird lediglich der bestehende Gutscheincode.

Wird eine Weiterbildungsmaßnahme Corona-bedingt verschoben, kann ein bereits ausgestellter Prämiengutschein weiterhin eingesetzt werden, wenn der Kurs zu einem späteren Zeitpunkt durch den gleichen Anbieter nachgeholt wird – auch dann, wenn der Beginn des nächsten Kurses nach dem Ablauf der Gültigkeitsfrist des Gutscheins liegt.

So lösen Sie den Gutschein ein

Den Prämiengutschein vergeben die Beratungsstellen direkt nach dem Gespräch. Im Anschluss ist dieser sechs Monate für alle förderfähigen Weiterbildungen gültig. Kursteilnehmer müssen vor Rechnungsstellung und Kursbeginn den Gutschein vorlegen. Der Anbieter der Weiterbildung zieht die Hälfte der Gebühren bis maximal 500 Euro gleich ab, so dass nur noch der Restbetrag bezahlt werden muss.