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Die Bundesländer im Ranking Bildungsmonitor 2020: In diesen Bundesländern gibt es die beste Bildung

Wie gut ist die Bildung in den einzelnen Bundesländern? Und welche Auswirkungen hatte Corona auf die Schulqualität? Aufschluss darüber gibt der Bildungsmonitor 2020 – und offenbart große Unterschiede zwischen den Bundesländern.

Deutschlandweit besuchen Kinder, Jugendliche und Berufsanfänger die Schule. Doch das Bildungssystem ist nicht in jedem Bundesland gleich leistungsfähig. Das zeigt der aktuelle Bildungsmonitor der Initiative der neuen Sozialen Marktwirtschaft (INSM), der in Zusammenarbeit mit dem Institut der deutschen Wirtschaft (IW) erarbeitet wurde.

Die Ergebnisse 2020, die zumeist auf Daten aus den Jahren 2018 und 2019 beruhen: Die besten Bildungssysteme haben Sachsen und Bayern, gefolgt von Thüringen, Hamburg, Baden-Württemberg und dem Saarland. Bemerkenswert sind die Fortschritte auch in Hessen, das einen Sprung auf Platz sieben schafft. Die rote Laterne geht in diesem Jahr nach Sachsen-Anhalt.

Bundesländer im Vergleich

Im Bildungsmonitor werden die 16 Bundesländer anhand von 93 Indikatoren in zwölf Handlungsfeldern miteinander verglichen. Neben dem Leistungsstand von Schülern wird zum Beispiel untersucht, wie viel Geld ein Bundesland pro Schüler ausgibt, was für die Integration unternommen wird und wie der Bildungsarmut entgegengewirkt wird. Alle Indikatoren werden auf einer Punkteskala von 0 bis 100 skaliert und sind somit vergleichbar.

Sachsen, das im Ranking zum wiederholten Mal auf Platz eins landete, bekam unter anderem viele Punkte dafür, dass viele Kinder in Kindergärten und Grundschulen ganztags betreut würden und dass die deutliche Mehrheit der Kinder die Mindeststandards in Mathe und Lesen erreichten. In Sachsen-Anhalt, Schlusslicht des Rankings, sind die Schulabbrecherquoten im Vergleich hoch und die Sicherung der Lehrkräfteversorgung schwierig.

Corona-Pandemie verschäft Schwierigkeiten

Insgesamt ergibt sich über alle Handlungsfelder der Studie seit 2013 eine Stagnation der Ergebnisse. Verbesserungen gibt es bei der Internationalisierung der Bildungssysteme und beim Ausbau der Förderinfrastruktur durch Ganztagsschulen. Der Bildungsmonitor 2020 zeigt aber deutlich, dass in den Handlungsfeldern Schulqualität, Integration und Bildungsarmut die größten Verschlechterungen bereits vor der Corona-Krise festzustellen sind. Empirische Studien zeigen deutlich: die Bildungsarmut und fehlende Chancengleichheit drohen sich durch die Schulschließungen während der Corona-Krise noch weiter zu verschärfen. Der Kaltstart beim digitalen Fernunterricht konnte die negativen Effekte nicht voll kompensieren.

Die ehemalige Bundesfamilienministerin und neue INSM-Botschafterin Kristina Schröder (CDU) fordert die Verantwortlichen in Bund und Ländern auf, sich mit aller Kraft für einen möglichst vollständigen Präsenzunterricht einzusetzen. Mittelfristig bestehe die wichtigste Aufgabe in der schnellen Implementierung digitaler Lehr- und Lernmethoden. "Nicht statt Präsenzunterricht, sondern zur zeitgemäßen Ergänzung des Bildungsangebots" , so Schröder. Laut INSM-Geschäftsführer Hubertus Pellengahr sei auch eine verpflichtende, regelmäßige Weiterbildung der Lehrer in digitaler Didaktik dringend notwendig.

Ausbildung: Viele unbesetzte Stellen

Ein Kapitel des Bildungsmonitors umfasst im Speziellen das Thema berufliche Bildung. Ein Indikator gibt etwa den Anteil der Jugendlichen an, die keinen Ausbildungsplatz bekommen haben. Das Bundesland, in dem die meisten Jugendlichen keine Ausbildungsstelle gefunden haben, ist demnach Berlin (14,3 Prozent). Zum Vergleich: In Bayern war die Suche für nur 4,4 Prozent erfolglos. Mit gut 53.000 Stellen (Stand 2019) sei laut Autoren aber weiterhin ein hohes Niveau an unbesetzten Stellen erreicht. ew

Ranking: Das sind die leistungsfähigsten Bundesländer

Bundesland Gesamtpunktzahl 2020
1. Sachsen 66,9
2. Bayern 63,1
3. Thüringen 58,4
4. Hamburg 56,8
5. Baden-Württemberg 52,7
6. Saarland 52,5
7. Hessen 48,9
8. Niedersachsen 47,2
9. Mecklenburg-Vorpommern 46,3
10. Rheinland-Pfalz 45,6
11. Schleswig-Holstein 45,0
12. Nordrhein-Westfalen 44,0
13. Berlin 43,9
14. Brandenburg 42,8
15. Bremen 42,5
16. Sachsen-Anhalt 41,2

Quelle: INSM-Bildungsmonitor 2020

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