Es ist ärgerlich, wenn das Auto in die Reparatur muss. Zusätzlicher Ärger tritt auf, wenn die Rechnung der Autowerkstatt zu hoch ist und die Leistungen der Autowerksatt ungenügend sind. In dem Fall tritt die Kfz-Schiedsstelle auf den Plan, die sich für eine außergerichtliche Streitschlichtung einsetzt. Haben Schiedsstellen bald nichts mehr zu tun?

Mehr als 9.000 Anträge gingen 2012 bei den bundesweit 130 Kfz-Schiedsstellen ein. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Rückgang um 17,5 Prozent. Das ergibt die Schiedstellenbilanz 2012 des Zentralverbands Deutsches Kfz-Gewerbe (ZDK). "Es ist erfreulich, dass es offenbar immer weniger Anlass für die Kunden der Kfz-Innungsbetriebe gibt, unsere Schiedsstellen anzurufen“, sagt ZDK-Hauptgeschäftsführer Axel Koblitz.
Im Verhältnis zu den 74,3 Millionen Wartungs- und Reparaturaufträgen, die 2012 im Kfz-Gewerbe abgearbeitet wurden, sei die Reklamationsquote verschwindend gering. Etwa 1.100 Verfahren sind vor eine Schiedskommission gekommen. Davon wurden 492 Verfahren (42,4 Prozent) durch einen Vergleich beendet. In weiteren 200 Fällen (17,2 Prozent) hat die Kommission für den Antragsteller entschieden.
In 273 Fällen (23,5 Prozent) ist das Verfahren zugunsten der Werkstatt beziehungsweise des Gebrauchtwagenhändlers ausgegangen. Die restlichen Verfahren waren zum Ende des Berichtsjahres 2012 noch nicht abgeschlossen gewesen.
Handwerks- und Verbraucherinteressen berücksichtigt
"Wir sind sehr froh, in den Kfz-Schiedsstellen ein anerkanntes Instrument des aktiven Verbraucherschutzes im Kfz-Gewerbe zu haben. Sie leisten einen wirksamen Beitrag zur außergerichtlichen Beilegung von Streitigkeiten zwischen Autofahrern und Kfz-Betrieben“, betont ZDK-Hauptgeschäftsführer Axel Koblitz.. Nach Auffassung von Koblitz tragen die Schiedsstellen-Kommissionen maßgeblich zur Schlichtung von Fällen bei, da hier Handwerks- als auch Verbraucherinteressen gleichermaßen berücksichtigt werden.
Seite 2: Hauptgründe für die Streitigkeiten
Zu ihr gehören der zum Richteramt befähigte Vorsitzende sowie je ein Vertreter des Kfz-Gewerbes, des ADAC, ein öffentlich bestellter und vereidigter Kfz-Sachverständiger der Deutschen Automobil Treuhand (DAT) und gegebenenfalls der Sachverständige einer anerkannten Prüfinstitution an.
Gründe der Streitigkeiten
Hauptgründe für außergerichtliche Streitigkeiten sind einerseits die Rechnungshöhe, andererseits technische Mängel an den Fahrzeugen. Im Bereich Reparatur und Wartung sind 2012 etwa 8.000 Anträge bei den Schiedskommissionen eingegangen. Bei den Beweggründen steht nach Angaben des ZDK die Rechnungshöhe mit 3 794 Fällen deutlich vor dem Punkt "unsachgemäße Arbeit“.
Um nicht in Auftrag gegebene und trotzdem durchgeführte Arbeiten ging es in 2 880 Fällen. Auch die Gebrauchtwagen-Schiedsstellen wurden im Jahr 2012 insgesamt 1 806-mal angerufen. Als Hauptgrund nennen die Verbraucher laut ZDK "technische Mängel". Darüber hinaus führen die Kunden "Unfallschaden" und eine "fehlerhafte Gesamtfahrleistung" an. Ans Verschwinden der Stellen ist also derzeit noch nicht zu denken. Streitpunkte gab es und wird es auch in Zukunft weiter geben. dhz/ZDK