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Fragen und Antworten zur Pauschalsteuer Bewirtungskosten: Muss eine Pauschalsteuer abgeführt werden?

Lädt ein Handwerksbetrieb Geschäftspartner oder deren Mitarbeiter zu einer Abendveranstaltung ein, um neue Produkte und Dienstleistungen zu präsentieren oder um einen Vertragsabschluss zu feiern, stellt sich die Frage, ob auch für Bewirtungskosten die Pauschalsteuer abgeführt werden muss? Die Antwort: Es kommt darauf an.

Grundsätze zur Pauschalsteuer nach § 37b EStG

Gewähren Sie Geschäftspartner Sachzuwendungen (Geschenke, Incentive-Maßnahme) muss der Geschäftspartner diese Einnahmen normalerweise als Einnahmen versteuern (§ 8 Abs. 1 und 2 EStG). Damit das nicht passiert, können Sie die Steuer für diese beim Empfänger des Sachbezugs steuerpflichtigen Einnahmen pauschal übernehmen. Und zwar, indem Sie die Pauschalsteuer nach § 37b EStG von 30 Prozent zuzüglich 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag ans Finanzamt abführen (BMF, Schreiben v. 19.5.2015, Az. IV C 6 – S 2297-b/14/10001).

Besonderheit bei Abendveranstaltung

Lädt ein Handwerksbetrieb Geschäftspartnern zu einer Abendveranstaltung ein, stellt sich die Frage, ob auch die Bewirtungsaufwendungen in die Bemessungsgrundlage für die Pauschalsteuer nach § 37b EStG einzubeziehen sind? Denn bei einer Bewirtung handelt es sich schließlich um keine Sachzuwendung. Doch hier muss unterschieden werden, ob es sich nur um eine Abendveranstaltung ohne Übernachtung handelt oder um eine mehrtägige Veranstaltung (Abendveranstaltung mit Übernachtung).

Variante 1: Abendveranstaltung ohne Übernachtung

Handelt es sich um eine Abendveranstaltung ohne Übernachtung, spricht man steuerlich von einer Incentive-Maßnahme.

Folge: Die Bewirtungskosten sind damit nicht in die Bemessungsgrundlage zur § 37b-EStG-Pauschalsteuer einzubeziehen (R 4.7 Abs. 3 EStR, R 8.1 Abs. 8 Nr. 1 LStR).

Beispiel: Es findet eine Abendveranstaltung für Geschäftsfreunde statt. Kosten für Musiker 2.000 Euro, Bustransfer 800 Euro, gemietetes Mobiliar 1.500 Euro, Hostessen 1.000 Euro, Essenspauschale 3.000 Euro, gemietetes Geschirr und Gläser 600 Euro, Bedienungspersonal 400 Euro.

Folge: Die Kosten für Essen, Geschirr und Gläser sowie für das Bedienungspersonal in Höhe von 4.000 Euro gehören nicht in die Bemessungsgrundlage für die Pauschalsteuer nach § 37b EStG. Nur für die restlichen Kosten in Höhe von 5.300 Euro ist die Pauschalsteuer abzuführen (= Sachzuwendungen).

Variante 2: Abendveranstaltung mit Übernachtung

Folgt auf die Abendveranstaltung eine Übernachtung, liegt steuerlich gesehen eine Incentive-Reise und nicht nur eine bloße Incentive-Maßnahme vor. In diesem Fall rechnen auch die Bewirtungskosten zur Bemessungsgrundlage für die Pauschalsteuer nach § 37b EStG.

So wird die Pauschalsteuer abgeführt

Die ermittelte Pauschalsteuer nach § 37b EStG müssen Sie in Ihrer Lohnsteueranmeldung erfassen und ans Finanzamt abführen. Dem Geschäftspartner schicken Sie ein Schreiben, in dem Sie ihm mitteilen, dass Sie die Steuern für die Zuwendung an ihn pauschal übernommen haben. Dann muss er nicht mehr befürchten, dass das zuständige Finanzamt auch bei ihm die Zuwendungen besteuert.

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