Bankgeschäfte über das Internet abzuwickeln, ist auch für viele Mittelständler eine praktische Alternative zum Besuch der örtlichen Filiale geworden. Doch der Bund Deutscher Kriminalbeamter warnt vor steigenden Betrugsfällen, weil Kunden zu sorglos mit ihren Daten umgehen. Die Beachtung einiger wesentlicher Sicherheitsregeln kann das Schadensrisiko jedoch beträchtlich senken.
Mehr als 5.000 Fälle von Diebstahl via Online-Banking wurden im vergangenen Jahr bei der Polizei zur Anzeige gebracht. Wie der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) mitteilte, verdoppelte sich die Zahl damit gegenüber dem Vorjahr. Bei einem durchschnittlichen Schaden von 4.000 Euro haben Hacker damit insgesamt eine Summe von rund 20 Millionen Euro von deutschen Bankkonten geplündert. Dabei dürfte die Dunkelziffer nicht gemeldeter Schadensfälle nach Kenntnis des BDK noch weit höher liegen.
Das Problem führen die Kriminalbeamten insbesondere auf den zu sorglosen Umgang der Nutzer mit dem Online-Banking zurück. Ein unzureichender Schutz des Computers macht es Hackern einfach mit Trojanern persönliche Daten auszuspionieren.
Das IT-Portal computerwoche.de hat zehn Tipps zusammengestellt, mit denen Sie das Online-Banking sicherer machen können:- Nutzen Sie Online-Banking möglichst nur am heimischen PC. Kriminelle können öffentliche Computer manipulieren, etwa in Internetcafés.
- Laden Sie immer die aktuellen Software-Updates Ihres Betriebssystems und Ihres Browsers herunter. Ältere Versionen können Sicherheitslücken beinhalten.
- Installieren Sie ein Antiviren-Programm und aktualisieren Sie dieses regelmäßig. Eine häufige Gefahr sind zum Beispiel Keylogger, die heimlich Ihre Tastatureingaben aufzeichnen und an Kriminelle übermitteln.
- Aktivieren Sie Ihre Firewall im Windows-Betriebssystem, falls sie es noch nicht ist. Einen zusätzlichen Schutz bieten die Router für die Internet-Verbindung.
- Schließen Sie alle Programme und Webseiten, bevor Sie Ihre Bankseite aufrufen. Deaktivieren Sie vorübergehend auch die so genannten ActiveX-Steuerelemente und wechseln Sie in den privaten Modus. Öffnen Sie dann die Bankseite in einem neuen Fenster.
- Geben Sie die Web-Adresse Ihrer Bank stets manuell in den Webbrowser ein. Links in Mails oder auf Webseiten könnten manipuliert sein und auf gefälschte Seiten führen.
- Überprüfen Sie in Ihrem Browser, ob Sie sich auf einer verschlüsselten und somit sicheren Seite befinden. Die Adressleiste wird in diesem Fall grün gekennzeichnet.
- Wechseln Sie regelmäßig das Passwort für Ihren Bank-Zugang und speichern Sie dieses nie auf dem PC ab.
- Melden Sie sich nach der Online-Sitzung bei der Bank korrekt ab und schließen Sie Ihren Browser. Dann hat kein Dritter Zugriff auf Ihr Konto. Löschen Sie die temporären Dateien, falls Sie nicht im sicheren Surf-Modus waren.
- Vertrauen Sie keinen E-Mails von der Bank, die per Link eine Aktualisierung der Benutzerdaten verlangen. Bei solchen Nachrichten handelt es sich um Fälschungen. Geben Sie außerhalb der Bankseite nie Ihre Login-Daten an und benachrichtigen Sie bei Betrugsversuchen Ihre Bank.