Der Betriebsrat der Deutschen Börse hat den immer wahrscheinlich werdenden Zusammenschluss des Unternehmens mit dem Börsenbetreiber NYSE Euronext erneut kritisiert. An den Bedenken der Arbeitnehmervertretung gegen die geplante Fusion habe sich nichts geändert, auch nachdem die Nasdaq OMX und IntercontinentalExchange (ICE) ihr Konkurrrenzangebot zurückgezogen haben.
Betriebsrat äußert weiterhin Bedenken gegen Börsenfusion
Frankfurt/Main (dapd-hes). Der Betriebsrat der Deutschen Börse hat den immer wahrscheinlich werdenden Zusammenschluss des Unternehmens mit dem Börsenbetreiber NYSE Euronext erneut kritisiert. An den Bedenken der Arbeitnehmervertretung gegen die geplante Fusion habe sich nichts geändert, auch nachdem die Nasdaq OMX und IntercontinentalExchange (ICE) ihr Konkurrrenzangebot zurückgezogen haben, sagte die Betriebsratsvorsitzende Irmtraud Busch am Dienstag nach einer Sitzung des Gremiums auf dapd-Anfrage.
Die Arbeitnehmervertreter befürchten einen Stellen- und Personalabbau. Der Betriebsrat wies darauf hin, dass im Falle einer Fusion der Finanzplatz Deutschland an Bedeutung verlieren und die 425-jährige Geschichte der Frankfurter Wertpapierbörse ein abruptes Ende finden würde.
Nasdaq und ICE hatten am Montag ihr Angebot über elf Milliarden Dollar (7,9 Milliarden Euro) für die NYSE zurückgezogen. Damit reagierten die amerikanischen Börsenbetreiber nach eigenen Angaben auf die ablehnende Haltung der US-Kartellbehörden. Mit dem Angebot hatten sie das Angebot der Deutsche Börse in Höhe von zehn Milliarden Dollar (7,2 Milliarden Euro) übertrumpfen wollen. Die NYSE selbst hatte sich trotz der geringeren Geldsumme für das Angebot der Deutschen Börse ausgesprochen, weil das den geringeren Arbeitsplatzverlust verursache und die Finanzierung sicher sei.
Die derzeitigen Fusionspläne sind nicht die ersten, über die beide Börsen miteinander verhandeln. Bereits Ende 2008 hatten die Deutschen vergeblich mit der NYSE Euronext über einen Zusammenschluss gesprochen. Zwei Jahre zuvor musste der Frankfurter Konzern ein Angebot für die Euronext wegen des Widerstands des dortigen Vorstands zurückziehen.
dapd
