Steuertipp Betriebsausgaben: Risiko für Gründer bei Gewerbesteuer

Unternehmer in spe können Aufwendungen, die vor der eigentlichen Betriebsgründung im Zusammenhang mit dem Handwerksbetrieb angefallen sind, als Betriebsausgaben geltend machen. Doch aufgepasst: Bei der Einkommensteuer und bei der Gewerbesteuer gelten für solche vorweggenommenen Betriebsausgaben völlig unterschiedliche Steuerspielregeln.

Steuertipp
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Vorweggenommene Betriebsausgaben bei der Einkommensteuer

Wollen Sie im Januar 2023 den Schritt in die berufliche Selbständigkeit wagen und die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren, dürfen Sie bereits für 2022 eine Anlage EÜR und eine Anlage G zusammen mit Ihrer Steuererklärung 2022 beim Finanzamt einreichen und dem Finanzamt sämtliche vorweggenommenen Betriebsausgaben präsentieren. Folge: Die Betriebsausgaben führen 2022 zu einem Verlust, der mit anderen Einkünften (z.B. aus Arbeitslohn) steuersparend verrechnet werden darf.

Vorweggenommene Betriebsausgaben bei Gewerbesteuer

Bei der Gewerbesteuer wirken sich vorweggenommene Betriebsausgaben dagegen nicht aus. Ausgaben dürfen in die Gewerbesteuererklärung erstmals erfasst werden, wenn der Betrieb tatsächlich gegründet ist. Das ist der Fall, wenn der Gewerbebetrieb angemeldet ist und erstmals eine Teilnahme am allgemeinen Markt beginnt.

Steuertipp: Beantragen Sie auch in der Gewerbesteuererklärung vorweggenommene Betriebsausgaben und das Finanzamt lehnt ab, lohnt sich Gegenwehr. Legen Sie Einspruch ein und beantragen Sie ein Ruhen des Einspruchsverfahrens. Hintergrund: Der Bundesfinanzhof hat in einem Musterprozess nun das letzte Wort, ob solche vorweggenommenen Betriebsausgaben bei der Gewerbesteuer tatsächlich tabu sind (BFH, Az. X R 17/21). dhz