Die Deutschen sollen mehr für ihre Gesundheit tun, um Volkskrankheiten wie Rückenleiden, Bluthochdruck oder Diabetes vorzubeugen. Dafür will die schwarz-gelbe Koalition etwa 200 Millionen Euro zusätzlich ausgeben, etwa für Vorsorgeangebote. Damit möglichst viele Menschen mitmachen, sollen aber vor allem die Betriebe solche Angebote für Mitarbeiter schaffen.

So sollen das Wissen, die Befähigung und die Motivation in der Bevölkerung zu gesundheitsbewusstem Verhalten in allen Lebensphasen gestärkt werden, heißt es in dem Entwurf eines neuen Regelwerkes. Er liegt der "Süddeutschen Zeitung" nach deren Angaben vor.
Zusätzlich wollen Union und FDP danach Vorsorge auch solchen Bevölkerungsgruppen zugänglich machen, die bislang davon nur selten Gebrauch gemacht haben - wie etwa Jugendliche mit Migrationshintergrund oder Menschen mit niedrigem Bildungsstand. Von 2014 an sollen die Kassen dafür pro Versicherten sechs Euro für die Prävention ausgeben.
Mit Prävention Kosten senken
Bei etwa 70 Millionen Versicherten würde das ein Volumen von 420 Millionen Euro ausmachen. Insgesamt geben die Krankenkassen pro Jahr etwa 170 Milliarden Euro für die medizinische Versorgung aus.
Laut Gesetzentwurf ist die Ausgabensteigerung für die Prävention gerechtfertigt, weil durch die bessere Vorsorge zu einem späteren Zeitpunkt niedrigere Kosten bei der Behandlung von Krankheiten anfielen.
Der Schwerpunkt der schwarz-gelben Gesundheitsförderung soll laut der Süddeutschen Zeitung aber in den Betrieben liegen. Insgesamt sollen die Krankenkassen für diesen Zweck zwei Euro für jeden Versicherten zur Verfügung stellen. "Sollten einzelne Kassen diesen Mindestbetrag nicht erreichen, müssen sie die Differenz an die regionalen Koordinierungsstellen für betriebliche Gesundheitsförderung überweisen", heißt es in dem SZ-Bericht.
Kooperationen mit Kammern
Damit auch kleinere und mittlere Betriebe an der Vorsorge teilnehmen, sollen die Krankenkassen zum Beispiel mit den Kammern kooperieren. Auch sollen Bonus-Zahlungen an Arbeitgeber, die in ihren Unternehmen Prävention anbieten, verbindlicher ausgestaltet werden.
Außerdem sollen Arbeitgeber künftig einfacher als bisher Gruppentarife für ihre Mitarbeiter abschließen können, wenn es zielgerichtete Vorsorge-Angebote gibt. dapd/rh