Creditreform-Studie Betriebe optimieren ihr Forderungsmanagement

Die Zahlungsmoral der Handwerkskunden bessert sich. Doch obwohl die Mehrheit der Betriebe momentan zufrieden ist, dass die meisten Kunden ihre Rechnungen schnell begleichen, bleiben die Verluste, die durch offene Forderungen entstehen hoch.

Georg Platen

Zwar bleiben Handwerksbetriebe nicht mehr so oft auf unbezahlten Rechnungen sitzen, doch die Summe der Forderungen bleibt hoch. - © Stefan Balk/Fotolia.com

Handwerksunternehmen werden das Forderungsmanagement in Zukunft zunehmend als völlig normalen Bestandteil einer Kundenbeziehung betrachten, der mit ebenso viel Professionalität durchgeführt wird wie beispielsweise die Angebotserstellung oder die Leistungserbringung. Eine Ursache dieser Entwicklung ist der Umstand, dass die Zahlungsfähigkeit eines Handwerksbetriebes nicht zuletzt durch das Zahlungsverhalten seiner Kunden beeinflusst wird. Doch wie ist es um das Zahlungsverhalten der Handwerkskunden bestellt? Und wie oft bleiben Handwerker auf unbezahlten Rechnungen sitzen? Eine aktuelle Studie von Creditreform liefert Antworten.

Demnach hat sich das Zahlungsverhalten der Handwerkskunden verbessert. Bewerteten im Vorjahr noch 4,9 Prozent der befragten Handwerksbetriebe die Zahlungsweise ihrer Kundschaft mit den Noten mangelhaft oder ungenügend, waren es dieses Jahr nur noch 3,5 Prozent. Gleichzeitig haben mehr befragte Unternehmen als 2011 die Noten sehr gut oder gut vergeben. 55 Prozent (Vorjahr 49 Prozent) aller Betriebe bescheinigten ein sehr gutes oder gutes Zahlungsverhalten der Kunden.

Forderungsverluste bleiben hoch

Die bessere Zahlungsmoral der Kundschaft schlägt sich allerdings nicht beziehungsweise nur geringfügig in einem Rückgang der Forderungsverluste nieder. So mussten 15,5 Prozent (Vorjahr 15,1 Prozent) der deutschen Handwerksbetriebe einen Verlust von mehr als einem Prozent im Verhältnis zum Umsatz hinnehmen.

Beinahe unverändert blieb der Anteil der Befragten, die einen Ausfall von bis zu einem Prozent des Umsatzes zu beklagen hatten. Hier stieg der Anteil marginal von 40,6 auf 40,7 Prozent. Leicht gesunken – von 30,8 Prozent auf 28,4 Prozent – ist der Anteil der Unternehmen, die bis zu 0,1 Prozent ihres Vorjahresumsatzes abschreiben mussten. Auch die Zahl derer, die gänzlich von Forderungsverlusten verschont blieben, ist leicht zurückgegangen – von 12,2 auf 11,4 Prozent der befragten Handwerker.