Erster gemeinsamer „Tag des Handwerks“ über die Bühne gebracht
Betriebe müssen mitziehen
Aller Anfang ist schwer, heißt es. Doch hat der erstmals bundesweit durchgeführte „Tag des Handwerks“ am 3. September seine Aufgabe so gesehen gut gemeistert. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks und viele Handwerkskammern haben sich ordentlich dafür ins Zeug gelegt. Auch einige Betriebe ließen sich etwas ganz Besonderes für diesen Tag einfallen. Die Stimmung war bei vielen Veranstaltungen in der ganzen Bundesrepublik sehr gut.
Und dennoch: Es ist zu wünschen, dass beim „Tag des Handwerks“ im kommenden Jahr noch viel mehr Betriebe mitmachen. Alle sind dazu aufgefordert. Bislang ging die Initiative vornehmlich von den Handwerksorganisationen aus. Die Idee dahinter ist aber, dass ein jeder diesen Tag mitfeiert. Der Betriebsinhaber kann mit einer Aktion erstens die eigene Firma und zweitens das Handwerk insgesamt in ein gutes Licht stellen. Fraglos eine große Chance für ihn, so preiswert kann er selten für sich Werbung machen.
Der Tag versteht sich als Lorbeer für die leisen Leistungsträger der Bundesrepublik, die nicht so oft in der Tagespresse stehen wie die großen Wirtschaftsbosse. Der Tag, er ist Anerkennung für einen Wirtschaftsbereich, in dem eine Million Betriebe existieren und fünf Millionen Menschen arbeiten.
Der „Tag des Handwerks“ sollte daher deutschlandweit eine feste Institution werden. Er muss als Selbstverständlichkeit sowohl im Handwerk als auch in der Bevölkerung verstanden werden. Denn eine so große Wirtschaftsgruppe mit so vielen einzelnen Gewerken und solcher Durchdringung vor Ort, das muss man einfach imageträchtig hervorheben. Die Leitungsfähigkeit, die Vielfalt, die Qualität all das muss gezeigt werden.
Dass noch zu wenige Betriebe am „Tag des Handwerks“ teilgenommen haben, sollte sich in den kommenden Jahren ändern. Die Erfahrung zeigt: Auch die Zahl derer, die bei der Imagekampagne des Handwerks mitmachen, wird mit der Zeit immer größer.
Eine Imagekampagne aber kann das Erscheinungsbild des Handwerks nicht ganz allein ändern. Gefragt ist auch hier wieder jeder Einzelne, und das eigentlich an jedem einzelnen Tag des Jahres. Es gibt keinen Tag ohne Handwerk. Das Image des Handwerks erschließt sich dem Kunden immer aus eigenen Erfahrungen mit „seinem“ Handwerker vor Ort. Dieser Einzelne trägt auch Verantwortung dafür, wie über das Handwerk in Deutschland insgesamt gedacht wird.