Studie des BIBB Betriebe investieren weiter in Ausbildung

Ausbilden kostet, ausbilden nützt: Für ihre Auszubildenden müssen Betriebe erst einmal investieren. Zu diesem Schluss kommt auch eine Studie des Bundesinstitutes für Berufsbildung. Langfristig gesehen können Unternehmen die Ausbildungskosten aber minimieren.

Mehr als 5.000 Euro investieren Betriebe durchschnittlich in ihre Auszubildenden. - © ZDK

Ausbildende Betriebe müssen für ihre Lehrlinge erst einmal investieren. Ihnen etwas beizubringen, die Vergütung und Übungsmaterial verursachen Kosten. Durchschnittlich zahlen Unternehmen laut einer Studie des Bundesinstitutes für Berufsbildung (BIBB) für jeden Auszubildenden 17.933 Euro.

Zugleich erwirtschaften Auszubildende durchschnittlich 12.535 Euro für ihren Betrieb. Das ergibt Nettokosten von 5.398 Euro pro Lehrling. Im Handwerk liegen die Nettokosten mit 4.390 Euro pro Auszubildendem laut BIBB etwas niedriger als beispielsweise in der Industrie. Allgemein kommt den Betrieben die Ausbildung in technischen Berufen aufgrund des Materialeinsatzes und der anfänglich geringeren Produktivität der Auszubildenden etwas teurer.

Je länger die Ausbildung, desto teurer wird es

Darüber hinaus ist die Anzahl der Auszubildenden in den Betrieben für die Nettokosten ausschlaggebend, denn auch die Ausbilder schlagen in der Kalkulation zu Buche. Pro Auszubildendem liegen die Kosten für den Ausbilder bei durchschnittlich 4.125 Euro. Je mehr Lehrlinge ein Ausbilder also betreut, desto geringer sind die Kosten für jeden einzelnen. So errechnete das BIBB, dass mit jedem weiteren Auszubildenden, den ein Betrieb anstellt, die Nettokosten um durchschnittlich 47 Euro sinken .

Außerdem gilt: Je länger die Ausbildung ist, desto teurer wird sie für Betriebe. Denn obwohl Lehrlinge in dreieinhalbjährigen Ausbildungsberufen am meisten erwirtschaften, sind die Nettokosten für die Betriebe auch im letzten Lehrjahr noch höher als in Berufen mit kürzerer Ausbildungsdauer.

Übernahme minimiert Kosten

Übernehmen Betriebe die Lehrlinge im Anschluss der Ausbildung, verringern sich die Kosten für sie jedoch deutlich. Denn Betriebe sparen sich nicht nur die Suche nach neuen Fachkräften. Auch die Einarbeitungszeit sowie mögliche Weiterbildungsmaßnahmen entfallen. "Die Erhebungsergebnisse lassen den Schluss zu, dass die Einsparung von Personalgewinnungskosten  zumindest einen großen Teil der Ausbildungskosten ausgleicht, sofern der Betrieb selbst ausgebildete Fachkräfte übernimmt."

Im Handwerk werden rund 57 Prozent der Lehrlinge im Anschluss an die Ausbildung übernommen. Damit liegt es etwas unterhalb des Durchschnitts, denn branchenübergreifend werden rund 60 Prozent aus der Ausbildung heraus übernommen. dhz