Corona-Impfung Betrieb wirbt mit Prämie für Impfung: So kommt die Zulage an

Im Handwerksunternehmen KlimaShop in Friedberg gilt der Leitsatz "We are family". Die Corona-Impfdebatte hatte jedoch das Potential, die Belegschaft zu spalten. Die Unternehmer machten ihren Mitarbeitern deshalb ein ungewöhnliches Angebot.

Armin und Peter Spengler (v.l.) von der Firma KlimaShop gehen einen besonderen Weg in der Pandemie: Sie bieten ihren Mitarbeitern 100 Euro monatlich als Prämie für den Piks. - © privat

Armin und Peter Spengler sind Handwerksunternehmer, die sich nicht scheuen, anzupacken und Verantwortung zu übernehmen. "Gerade in der Corona-Impfdebatte haben wir gespürt, dass das Thema auch unsere Mitarbeiter spaltet. Das durften wir nicht zulassen. Eine nachhaltige Lösung musste her, die alle motiviert und Gräben wieder zuschüttet", sagen die Brüder, die gemeinsam die KlimaShop GmbH in Friedberg führen.

Am Ende eines intensiven Prozesses stand eine ungewöhnliche Entscheidung: Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Betriebes, der umweltfreundliche Klimaanlagen und Wärmepumpen verkauft und installiert, sollten mit einem finanziellen Anreiz zur Impfung motiviert werden. Die KlimaShop-Chefs lobten einen Finanz-Booster von 100 Euro aus, der bis zum Ende der Pandemie allen Geimpften monatlich ausgezahlt wird.

Gute Gründe für Prämie

"Als Unternehmer dürfen wir uns in so einer gesellschaftlichen Debatte nicht verstecken. Im Gegenteil: Wir sehen uns in der Pflicht, unseren Teil dazu beizutragen, dass unsere Mitarbeiter und Kunden unbeschadet durch diese Gesundheitskrise kommen", sind die Spengler-Brüder überzeugt. Darüber hinaus stellten sie sich die Frage, was sie konkret tun könnten, um die Lage in den Kliniken zu entlasten und normale Behandlungen bzw. Operationen von Krebspatienten auch weiterhin zu ermöglichen. Das Fazit: "Jeder Geimpfte reduziert diese Gefahr", so Armin Spengler.

Schutz für Mitarbeiter und Kunden

"Als umweltfreundlicher Servicebetrieb mit Kundenkontakt können wir in dieser Pandemie nur erfolgreich arbeiten, wenn die Mitarbeiter sich und die Kunden gegen Covid-19 schützen. Unsere Argumente waren klar: Wir verkaufen klimafreundliche Systeme, die der Natur nicht schaden. Genauso wenig dürfen wir anderen Menschen schaden", ergänzt Peter Spengler. Am Anfang des intensiven Prozesses standen für die Chefs viele Gespräche mit Mitarbeitern, um die jeweiligen Beweggründe zu verstehen. Es stellte sich heraus, dass ein kleiner Teil der Kollegen sich noch nicht zu einer Impfung entschließen konnte. "Mein Bruder und ich, beide längst doppelt geimpft, waren mit dieser Situation sehr unglücklich", unterstreicht Peter Spengler.

Das ist kein Wunder. Denn der Handwerksbetrieb KlimaShop verkauft frische und saubere Luft – häufig mit Virenfiltern. "Unsere Kunden verlangen Sauberkeit. Da passt es nicht, wenn ungeimpfte Installateure und Service-Mitarbeiter an der Tür klingeln", weiß Armin Spengler. In den Gesprächen versuchten die Geschäftsführer die Motive der Ungeimpften zu verstehen. Lag es am Einfluss der Impfgegner, die ja in den sozialen Medien so dominant sind? Lag es an der Unkenntnis der medizinischen Fakten? "Am Ende haben wir vor allem gelernt, dass unsere Leute die Situation der Firma verstehen müssen. Wir haben die Lage erörtert, massiv für die Impfung geworben, aber auch gespürt, dass es noch einen motivierenden Schubs braucht", erklärt Peter Spengler.

Solidaritätsprämie erfunden

Mit der monatlichen 100-Euro-Prämie erfanden die Spengler-Brüder ihren persönlichen Booster, um den Riss in der Firma zu kitten. "Der Leitsatz ‘We are family‘ bedeutet auch: Wir stehen im Unternehmen für den anderen ein. Mit dieser Solidaritätsprämie haben wir den Mitarbeitern gezeigt: Wer der Firma und der Gesellschaft hilft, dem helfen auch wir. " Der Erfolg dieser Strategie ist beeindruckend. Bis Ende Januar 2022 werden alle KlimaShop-Mitarbeiter doppelt geimpft sein. Was die Spengler-Brüder besonders freut: Auch die Impfbooster-Welle schwappt schon durch das Handwerksunternehmen.