Elektrobetriebe und Aussteller zufrieden Besucherrekord auf der Light + Building

Mit einem Besucherrekord ist am Freitagnachmittag die Elektrotechnikmesse Light + Building in Frankfurt am Main zu Ende gegangen. 211.500 Fachbesucher und damit acht Prozent mehr als vor zwei Jahren kamen an sechs Messetagen nach Frankfurt. Fast die Hälfte der Besucher waren Ausländer aus 161 Ländern.

Frank Muck

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    © Foto: Messe Frankfurt Exhibition GmbH/Petra Welzel
    Gute Stimmung bei den Ausstellern: Mehr Besucher mit einem hohen Ausländeranteil von fast 50 Prozent verzeichnete die Messe Light + Building in Frankfurt am Main.
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    © Foto: Messe Frankfurt Exhibition GmbH/Pietro Sutera
    Das E-Haus der Elektrohandwerke zeigt, was an Steuerung und Management alles möglich ist: die Dimmung von Lichtintensität und -farbe, aber auch ...
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    © Foto: Frank Muck
    ... verspielt anmutender Technikeinsatz wie Augmented Reality, die dem Tablet-Nutzer über QR-Codes in Bewegtbild mitteilt, wie bei der Spülmaschine das Salz nachgefüllt wird.
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    Junge Handwerker und Schüler mussten in der Werkstattstraße mehr oder weniger schwieriege elektrotechnische Aufgaben lösen.
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    Die Sonderschau Smart Powered Building präsentierte das Gebäude als Kraftwerk, das sich vom Verbraucher zum Energieerzeuger wandelt, hier bei der Steuerung ...
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    ... bei der Speicherung ...
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    ... sowie bei Verbrauch und Erzeugung.

Ingolf Jakobi schwärmt. Der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands der Deutschen Elektro- und Informationstechnische Handwerke (ZVEH) ist über den Verlauf der Light + Building sehr glücklich. Die Stimmung bei den Besuchern, aber auch bei den Ausstellern sei sehr gut. Angesichts von 211.500 Fachbesuchern und damit acht Prozent mehr als vor zwei Jahren ist das kein Wunder.

Und was ihn noch mehr dabei freue, so Jakobi, sei die Tatsache, dass auch die Fachbesucher aus dem Elektrohandwerk in gleichem Maße mitgewachsen seien. Rund 45.000 Elektrobetriebe hätten sich vom 30. März bis zum 4. April aufgemacht nach Frankfurt am Main, um sich über die neuesten Entwicklungen in Sachen Licht, Elektrotechnik, Haus- und Gebäudeautomation sowie Software kundig zu machen. "Die Light + Building ist die am schnellsten wachsende Messe in Europa", so Jakobi.

Knapp die Hälfte (47 Prozent) der Besucher kam aus dem Ausland, darunter Italien, Frankreich und China, aber auch Wachstumsmärkte wie Russland, Südafrika und Mexiko. Auffallend sei die Rückkehr von Besuchern aus Spanien, Portugal und Griechenland mit teilweise zweistelligen Zuwachsraten gewesen.

E-Haus: Vorgeschmack, was möglich ist

Bestimmende Themen seien die Vernetzung von Systemen sowie die Fragen der Energieeffizienz gewesen. Mit ihrem aktualisierten E-Haus gaben die Elektro-Handwerke schon mal einen Vorgeschmack darauf, was heute schon alles möglich ist: die Steuerung elektrischer Systeme über Smartphones, Sicherheitstechnik im Haushalt sowie das Energiemanagement insgesamt.

Mithilfe diese Energiemanagements lassen sich Systeme zur Energieerzeugung wie etwa Blockheizkrafwerke, Photovoltaikanlagen oder auch kleine Brennstoffzellen im Verhältnis zu den verbrauchenden Systemen zentral regeln, um einen möglichst effizienten Einsatz zu ermöglichen. Noch, so Jacobi, würden diese Systeme wegen ihrer Komplexität hauptsächlich von Unternehmen verwendet. Immer mehr setzte sich aber auch bei Privatkunden der Wunsch nach dezentraler und damit unabhängiger Energieversorgung durch, so dass Elektro-Handwerksbetriebe auch für diese Zielgruppe Angebote machen können.

Intelligente Gebäudetechnik: Einstieg rechnet sich

Ähnliches gelte für die Steuerung. Noch erscheint maches abgehoben, wie etwa die eigenständige Versendung von Fotos vom Kühlschrank-Inhalt durch den Kühlschrank selbst an ein Tablet des Hauseigentümers. Auch ist der Einsatz hochpreisiger Geräte für den Privatmann tendenziell teuer. Die Technik schreite jedoch voran, so Jakobi und damit ihre Standardisierung und Vereinfachung. Preise würden weiter fallen. Der Einstieg in die intelligente Gebäudetechnik, auf die man später weiter aufbauen kann, liege derzeit bei rund 5.000 Euro.

Einzige Unsicherheitsfaktoren bleiben politisch richtungsweisende Entscheidungen über die Förderung bestimmter Techniken und damit die Frage, wie viel von welcher Technik eingesetzt wird. Jakobi vermutet, dass die Photovoltaik etwas an Bedeutung verlieren wird, Windkraft werde dagegen ausgebaut und Blockheizkraftwerke würden hauptsächlich für größere Einheiten interessant bleiben. So oder so hätten die Betriebe als Einzige letztlich die Expertise, die Steuerung der Energie und deren Verbraucher zusammenzubringen. Jakobi: "Um unsere Betriebe ist mir deshalb nicht bange."

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Artikels war von 25.000 Elektrobetrieben die Rede, die in Frankfurt dabei waren. Laut ZVEH waren es jedoch 45.000 Betriebe. Dieser Fehler ist inzwischen korrigiert.