Elektro- und informationstechnische Handwerke Beste Geschäftslage seit 15 Jahren

Den 78.000 elektro- und informationstechnischen Handwerksunternehmen in Deutschland geht es so gut wie seit Anfang der 90er Jahre nicht mehr. Das ergab die aktuelle Herbst-Konjunkturumfrage des Zentralverbands der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH).

Beste Geschäftslage seit 15 Jahren

Damit koppeln sich die Elektrohandwerke von der konjunkturellen Gesamtlage im deutschen Handwerk – besonders in den Bauhandwerken – deutlich ab. Der Geschäftsklimaindex in den Elektrohandwerken ist im Verlauf dieses Sommers auf knapp 63 Punkte gestiegen. Nahezu 40 Prozent der Betriebe schätzen ihre derzeitige Geschäftslage als gut ein, 47 Prozent sind damit zufrieden.

„Die Sonderkonjunktur erklärt sich hauptsächlich durch respektable Aufträge aus Industrie und Gewerbe“, sagt Ingolf Jakobi, Hauptgeschäftsführer des ZVEH. „Zugleich spüren unsere Betriebe das wachsende Interesse am Energiesparen und an regenerativen Energien.“

Mehr freie Stellen

Mit der guten Entwicklung erholt sich auch die Beschäftigtensituation: Der Anteil der Unternehmen, die im vergangenen halben Jahr Mitarbeiter eingestellt haben, hat sich im Vergleich zum Frühjahr nochmals erhöht. Laut der Umfrage gibt es auch wieder mehr freie Stellen. Die Aussichten für das kommende Halbjahr sind positiv: Insgesamt 85 Prozent gehen davon aus, dass die Lage gleich bleibt (71 Prozent) oder sich noch weiter verbessert (14 Prozent). „Die Beschäftigtenzahlen dürften eher weiter ansteigen als wieder zurückzugehen“, so Jakobi.

Der Index für die Geschäftslage ist von 59,1 im Herbst 2006 über 60,6 im Frühjahr 2007 auf jetzt 62,7 Punkte geklettert. Er erreicht damit seine absolute Bestmarke seit 1992. Das Umfrageergebnis fällt gerade bei den größeren Betrieben mit mehr als zehn und besonders mit mehr als 20 Beschäftigten überdurchschnittlich gut aus. Bei den kleineren Betrieben halten sich gute und schlechte Beurteilungen dagegen nahezu die Waage.

Differenziert man die Ergebnisse nach West- und Ostdeutschland, beurteilen die Betriebe aus den alten Bundesländern ihre Geschäftslage etwas besser als ihre Kollegen aus den neuen Bundesländern. Dies entspricht den Resultaten der vergangenen Umfragen.

Beim Blick in die Zukunft zeigen sich die Unterschiede ebenfalls. Während in Westdeutschland der Indikator für die zukünftige Entwicklung leicht oberhalb des Durchschnittswertes liegt, überwiegen im Osten Deutschlands die pessimistischen Aussichten leicht gegenüber einer optimistischen Beurteilung.

Ein Drittel der befragten Betriebe, die im Handwerksbereich tätig sind, berichten von gestiegenen, 45 Prozent von stabilen Umsätzen. 13 Prozent der im Handelsbereich tätigen elektro- und informationstechnischen Unternehmen melden Umsatzsteigerungen, 58 Prozent unveränderte Umsätze.