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Bäcker, Konditoren, Fleischer Bessere Novemberhilfe für das Lebensmittelhandwerk

Für geschlossene Gastro-Bereiche soll es jetzt die gleichen Umsatzentschädigungen wie für Restaurants geben. Dies hat das Wirtschaftsministerium bestätigt.

Dieser Artikel ist Bestandteil der Themenpakete Coronavirus und Insolvenz und Liquiditätssicherung

Nach vehementer Kritik sollen Bäckereien und Konditoreien mit angeschlossenem Cafébetrieb bei den Novemberhilfen jetzt ebenfalls von der Restaurant-Regelung profitieren können. "Bäckereien und Konditoreien mit angeschlossenem Cafébetrieb werden als Gastronomiebetrieb betrachtet", teilte das Bundeswirtschaftsministerium auf Anfrage der DHZ mit. Soweit sie durch Schließungsanordnungen der Länder ihren Geschäftsbetrieb im November einstellen mussten, seien sie bei der Novemberhilfe antragsberechtigt und würden mit den Restaurants gleichgestellt. Dies gelte auch für Fleischereien und ihre angeschlossenen Imbisse.

Zentralverband des Bäckerhandwerks erfreut

Der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks zeigte sich erfreut: "Die nachträgliche Korrektur der Novemberhilfen war dringend notwendig", sagte Präsident Michael Wippler. "Vielen Bäckern im Land dürfte mit dieser guten Nachricht eine große Sorge und Last genommen worden sein", fügte er hinzu. Das Bäckerhandwerk hatte sich wie der Zentralverband des Handwerks und andere Fachverbände hier für Nachbesserungen eingesetzt.

Wirtschaftsministerium: Außerhaus-Umsätze sind ausgenommen

Wie es aus dem Bundeswirtschaftsministerium weiter heißt, gelten für Bäckereien und Konditoreien die gleiche Regelung wie für Restaurants. "Die Umsatzerstattung wird auf diejenigen Umsätze begrenzt, die dem vollen Mehrwertsteuersatz unterliegen, also die im Restaurant beziehungsweise im Café verzehrte Speisen". Damit würden die Umsätze des Außerhausverkaufs – für die der reduzierte Mehrwertsteuersatz gilt – herausgerechnet. "Im Gegenzug werden diese Umsätze des Außerhausverkaufs während der Schließung von der Umsatzanrechnung ausgenommen", heißt es weiter.

Mehr Lebensmittelbetriebe können für Gastro-Bereiche mit Hilfen rechnen

Für Betriebe aus dem Lebensmittelhandwerk, die durch den Teil-Lockdown im November nur noch ihre Ladengeschäfte betreiben, angeschlossene Gastro-Bereiche aber schließen mussten, heißt das Folgendes: Sie können wie Restaurants für diese wegfallenden Gastro-Umsätze über die Novemberhilfe eine Entschädigung von 75 Prozent des Gastro-Umsatzes des Vorjahresmonates erhalten. Bisher wäre dies nur dann der Fall gewesen, wenn sie mindestens 80 Prozent ihres Gesamtumsatzes über ihr Café oder ihren Imbiss erwirtschaftet hätten. Viele Betriebe wären so durch das Unterstützungsraster gefallen.

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