Arbeitslose, die für sich keine Perspektive mehr als Arbeitnehmer sehen, können mit dem Schritt in die Selbstständigkeit wieder Boden unter die Füße bekommen. Doch dazu bedarf es einiger Voraussetzungen.
Fast ein Viertel aller Gründerinnen und Gründer sind zum Zeitpunkt der Existenzgründung arbeitslos: Das berichtet der KfWGründungsmonitor 2012. Damit diese Gründungen aus der Arbeitslosigkeit von Erfolg gekrönt sind, müssen auch sie beherzigen, was für alle Gründungen gilt: Voraussetzung für diesen Erfolg ist eine gründliche Vorbereitung. Häufiger Grund arbeitsloser Gründerinnen und Gründer, sich selbständig zu machen, ist, dass für sie trotz intensiver Suche kein passendes Beschäftigungsverhältnis in Sicht ist.
Gute Voraussetzungen für eine Gründung
Nicht jeder, der ein eigenes Unternehmen gründen will, ist dafür geeignet. Und nicht jeder Versuch, eine selbständige Existenz aus der Arbeitslosigkeit zu gründen, ist erfolgreich. Es gibt dafür allerdings einige Erfolg versprechende gute Voraussetzungen.
Unternehmerpersönlichkeit
Für Arbeitslose und von Arbeitslosigkeit Bedrohte, die den Weg in die Selbstän-digkeit einschlagen wollen, gelten Kriterien, die auch alle anderen Gründungen erfüllen müssen: Eigeninitiative, Entscheidungsfreudigkeit und Durchhaltewillen sind wichtige persönliche Voraussetzungen. Gründerinnen und Gründer müssen kreativ und lernfähig sein, Spaß an den eigenen Ideen haben, sich mit der eigenen Tätigkeit identifizieren und bereitwillig das unternehmerische Risiko tragen. Die zukünftigen Unternehmerinnen und Unternehmer sollten bereits Berufserfahrung gesammelt haben, die Branche, in der sie sich selbständig machen möchten, gut kennen und am besten auch Mitar-beiterinnen und Mitarbeiter führen können.
Selbständigkeit als Berufswunsch
Die Idee und der Antrieb, sich selb- ständig zu machen, sollten schon vorher, während der Berufstätigkeit, gereift sein. Die künftige Existenzgründerin bzw. der künftige Existenzgründer sollte im alten Arbeitsverhältnis bereits kreativ und eigenverantwort lich gearbeitet haben.
Tragfähigkeit der Gründungsidee
Viele Arbeitslose gründen aus der Notheraus ein eigenes Unternehmen. Wichtig ist also: Zunächst prüfen, ob eine berufliche Tätigkeit als Selbständige oder Selbständiger tatsächlich in Frage kommt und ob die Gründungsidee tragfähig ist.
Selbstvertrauen und Beratung
Je länger die Phase der Arbeitslosigkeit dauert, je mehr Bewerbungen man ohne Erfolg verschickt hat, desto unsicherer fühlt man sich. Treten nun während der Vorbereitungen auf die Gründung Schwierigkeiten auf, z. B. harte, kontroverse Verhandlungen mit Kreditinstituten oder Ämtern, dann ist die Gründerin oder der Gründer unter Umständen schnell frustriert und hat zu wenig Selbstvertrauen, um sich und ihre bzw. seine Geschäftsidee über-zeugend zu verkaufen. In dieser Situation helfen professionelle Berater. Das Angebot an Beratungsleistungen und Hilfestellungen für potenzielle Grün-derinnen und Gründer ist vielfältig. Es reicht von Tagesseminaren über mehr-wöchige Schulungen bis zu Program-men, die eine langfristige „Rundum“-Betreuung und -Begleitung während und nach der Gründung anbieten. Be-raterinnen und Berater der Agenturen für Arbeit, Kammern, Gründungsinitiativen usw. helfen festzustellen, ob die geplante Unternehmung überhaupt lebensfähig ist und ob der zukünftige Gründer die nötigen persönlichen und fachlichen Voraussetzungen mitbringt.
Gute Planung
Eine Untersuchung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung zeigt: Kaum eine der von der Bundesagentur für Arbeit geförderten Gründungen scheitert an fachlichen Män- geln. Defizite bestehen vielmehr in der unternehmerischen Kompetenz. Eine weitere Schwäche liegt im Finanzierungsbereich. Das Ergebnis der Studie macht deutlich: Je besser eine Gründung vorbereitet ist, je mehr Informationen die Gründerin oder der Gründer gesammelt hat, je qualifizierter sie oder er beraten und geschult wurde, desto geringer ist das Risiko zu scheitern. sg/BMWI
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