Bildungsmaßnahmen am Übergang Schule/Berufsausbildung
Besser als ihr Ruf
Sinnlose Warteschleife, „verlorene Zeit“, Maßnahmekarrieren dem Übergangssystem haften viele, überwiegend negative Eigenschaften an. Eine neue Studie des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) zeigt jedoch, dass das Übergangssystem wesentlich besser ist als sein Ruf. Vor allem Jugendliche ohne Schulabschluss oder mit Hauptschulabschluss können ihre Chancen auf einen Ausbildungsplatz deutlich verbessern, wenn sie eine Übergangsmaßnahme durchlaufen. Dies gilt insbesondere, wenn sie dort auch noch einen höherwertigen Schulabschluss erreichen. Für Realschulabsolventen/-innen entsteht der Vorteil, dass sie zum Beispiel mit dem Erwerb der Fachhochschulreife ihre Ausbildungsmöglichkeiten erweitern.
Die BIBB-Übergangsstudie hat ergeben, dass von allen Hauptschul- und Realschulabsolventen/-innen in den vergangenen Jahren knapp ein Drittel
(32 Prozent) an Bildungsmaßnahmen des Übergangssystems teilgenommen hat. Bei den Jugendlichen, die maximal über einen Hauptschulabschluss verfügen, ist dieser Anteil mit 42 Prozent fast doppelt so hoch wie bei denjenigen mit einem mittleren Schulabschluss
(23 Prozent).
Die Teilnehmer/-innen an den Übergangsmaßnahmen haben im Durchschnitt erheblich ungünstigere schulische Voraussetzungen im Vergleich zu den Jugendlichen, die ohne eine solche Maßnahme einen Ausbildungsplatz erhalten. Sie verfügen weit häufiger über einen niedrigeren oder keinen Schulabschluss und haben zudem auch schlechtere Schulnoten vorzuweisen. Mehr als der Hälfte der Teilnehmer/-innen gelingt allerdings innerhalb eines Jahres nach Ende der Maßnahme die Aufnahme einer vollqualifizierenden Berufsausbildung.
Mehr als einem Fünftel dieser Jugendlichen gelingt jedoch die Einmündung in eine Berufsausbildung selbst innerhalb von drei Jahren nicht. Hier zeigen sich laut BIBB-Studie problematische Verläufe: Oft werden weitere Übergangsmaßnahmen besucht oder ein Job angenommen, und viele dieser Jugendlichen bleiben auch über längere Phasen einfach zu Hause, weil sie keine Ausbildungs- und Arbeitsmöglichkeit finden.dhz