DHZ-Konjunkturspiegel Bescheidene Fortschritte

Die Geschäftserwartungen des Handwerks für die ersten Monate 2010 sind einigermaßen zuversichtlich.

Bescheidene Fortschritte

Gut zwei Drittel der Firmen gehen von einer guten oder befriedigenden Entwicklung aus. Man sieht zwar keinen selbsttragenden, stabilen Aufschwung, setzt aber – ähnlich wie in der Gesamtwirtschaft – darauf, dass sich der konjunkturelle Erholungsprozess langsam fortsetzt. Von Branche zu Branche zeichnen sich dabei – nicht zuletzt als Reaktion auf Sondereffekte im Jahr 2009 – unterschiedliche Tendenzen ab. Im 1. Quartal wird die konjunkturelle Grundtendenz wieder sehr stark von den Saison- und Witterungseinflüssen überlagert.

Im Baugewerbe ist die Produktion zu Jahresbeginn durch den Wintereinbruch spürbar beeinträchtigt worden. Unabhängig von saisonalen Einflüssen dürfte die Bauwirtschaft heuer auf einen moderaten Wachstumspfad einschwenken. Entscheidende Impulse werden dank der staatlichen Fördermaßnahmen vom öffentlichen Bau erwartet. Auch der Wohnungsbau sollte dieses Jahr leicht zulegen. Dagegen werden die Unternehmen ihre Baunachfrage weiter einschränken.

Die Zulieferer gehen nach dem verheerenden Geschäftsjahr 2009 mit gedämpften Erwartungen ins neue Jahr. Die Auftragslage und die Kapazitätsauslastung der Branche bleiben vorerst äußerst unbefriedigend, weil die gewerbliche Kundschaft weiterhin nur sehr zögernd Investitionsgüter ordert. Die wirtschaftlichen Aktivitäten dürften sich auf dem erreichten Niveau stabilisieren.

Das Kraftfahrzeuggewerbe rechnet im Neuwagengeschäft mit deutlichen Nachfrageausfällen, da aufgrund der Abwrackprämie viele Autokäufe ins Jahr 2009 vorgezogen wurden. Die Händler sehen daher schwierige Zeiten auf sich zukommen. Auch die Werkstätten dürften keinen leichten Stand haben. Dafür sollte sich der Absatz von Firmenfahrzeugen nach dem heftigen Einbruch leicht erholen.

Im Lebensmittelhandwerk scheint sich der stabile Konjunkturverlauf des letzten Jahres weiter fortzusetzen. Darauf deuten sowohl das gesamtwirtschaftliche Umfeld als auch die Geschäftserwartungen der Bäcker, Metzger und Konditoren hin.

dhz