Dass Kunden mit zerrissenen, mit gewaschenen oder gar angebrannten Geldscheine bezahlen, kommt in der Praxis immer mal wieder vor. Handwerker, die viel mit Bargeld zu tun haben, kennen dieses Ärgernis. Der Wert der Banknoten bleibt jedoch, bis auf wenige Ausnahmefälle, erhalten. Wie und wo Sie beschädigtes Bargeld umtauschen können.

Ob Euro-Schein oder Euro-Münze – wurde Bargeld nicht mutwillig zerstört oder beschädigt, so kann man es bei den Filialen der Bundesbank kostenlos umtauschen. Dabei spielt es keine Rolle, ob das Geld zerrissen, zerkratzt, angebrannt oder gar versehentlich in die Waschmaschine gepackt wurde. Ausschließlich in den Fällen, wenn Banknoten durch eine sogenannte Raubstoppvorrichtung beschädigt wurden, berechnet die Gebühren.
Voraussetzung ist allerdings bei den Geldscheinen, dass entweder mehr als die Hälfte davon noch vorhanden ist oder dass nachgewiesen werden kann, dass fehlenden Teile vernichtet wurden. Der Trick einen Schein in zwei Teile zu zerschneiden und dann zwei neue zu bekommen, funktioniert also nicht.
Gut verpacken
Erstattet oder umgetauscht werden auch Euro-Münzen, die aufgrund langer Umlaufdauer oder aufgrund eines unerwarteten Ereignisses nicht mehr für den Umlauf geeignet sind. Die Bewertung des Zustands nimmt die Bundesbank vor.
Um die Banknoten umzutauschen sollten Sie alle Teile davon, auch kleinste Teile wie Schnipsel oder Asche, einzeln in Umschläge verpacken. Weitere Beschädigungen, zum Beispiel durch mitgeschickte Münzen, sollten vermieden werden. Alles zusammengepackt, können Sie das beschädigte Geld meist auch bei allen Banken und Sparkassen abgeben. Diese leiten es dann an die Filialen der Bundesbank weiter.
Seite 2: Wo Sie das beschädigte Geld zum Umtausch einschicken können. >>>
Lehnt ihre Bank diesen Weg ab, so können Sie das gut verpackte Geld auch per Post zum Umtausch einschicken. Dabei übernimmt die Bundesbank allerdings keine Haftung für eventuelle Verluste. Die Adressen der einzelnen Filialen finden Sie im Internet unter bundesbank.de .
Neue Banknoten nach vier Wochen
Zusätzliche zu den Scheinen und Münzen müssen Sie allerdings ein kleines Anschreiben an die Bundesbankmitarbeiter beilegen. So fordert diese genaue Angaben zur Beschädigungsursache und zum Verbleib fehlender Notenteile. Falls die Banknoten oder Münzen in irgendeiner Weise mit Chemikalien in Berührung gekommen sind, muss hierzu ein Vermerk zu möglichen Gesundheitsgefährdungen angefügt werden.
Kommen den Bankmitarbeitern Zweifel auf, ob die Banknoten nicht doch absichtlich beschädigt wurden, so leiten sie diese an das Nationale Analysezentrum bei der Hauptverwaltung Rheinland-Pfalz und Saarland weiter.
In der Regel dauert es etwa vier Wochen bis der Geldwert der eingereichten Scheine und Münzen gutgeschrieben werden oder bis der Umtausch abgelehnt wird. Die Begutachtung besonders schwieriger oder arbeitsintensiver Fälle kann mehrere Monate dauern. dhz