Versicherungen Berufsunfähigkeit: Wie und warum Handwerker vorsorgen sollten

Mittlerweile wird jeder vierte Arbeitnehmer vor Renteneintrittsalter berufsunfähig. Wenn dieser Fall der Fälle eintritt, erhalten nur die Wenigsten finanzielle Unterstützung vom Staat. Es gibt viele Berufe, die besonders gefährdet sind. Dazu zählen auch handwerkliche Berufe, die vor allem durch schwere körperliche Arbeit oder Folgen eines Unfalls davon belastend sind.

Es gibt verschiedene Möglichkeit, um sich vor den Folgen eines Unfalls abzusichern. Auf die staatliche Vorsorge können sich aber nur noch wenige verlassen. - © Volker Witt/Fotolia

Aktuell ist es in den Medien und in der Politik ein immer wieder viel diskutiertes Thema – die Erwerbsminderungsrente. Die wenigsten Arbeitnehmer erhalten sie noch. Wer vor 1961 geboren ist, erhält noch eine staatliche unterstützte Berufsunfähigkeitsrente. Diese liegt aktuelle noch bei 50 Prozent des letzten Nettoeinkommens. Alle die nach 1961 geboren sind, bekommen nur noch 30 Prozent ihres letzten Nettoeinkommens. In manchen Fällen deckt das nicht einmal ein Hartz IV Einkommen.

Berufseinsteiger sind kaum abgesichert

Dabei spielt es keine Rolle, welcher Beruf ausgeübt wird oder welche Qualifizierung vorzuweisen ist. Der Gesetzgeber behält es sich auch vor, die Berufsunfähigkeit zu überprüfen. Das heißt es werden ärztliche, unabhängige Gutachten erstellt, um zu überprüfen, ob derjenige wirklich überhaupt nicht mehr in der Lage dazu ist, eine Tätigkeit auszuführen.

Es kann passieren, dass die betroffene Person als teilweise berufsunfähig eingestuft wird. Dann erhält sie nur einen Teil der Erwerbsminderungsrente oder im schlimmsten Fall gar nichts und muss sich eine neue Beschäftigung suchen, die nicht unbedingt der eigenen Qualifikation entsprechen muss, aber auszuführen ist.

Das bedeutet: Ein Bäckermeister, der beispielsweise auf Grund eines Unfalls nicht mehr in der Backstube tätig sein kann, aber durchaus dazu in der Lage wäre, als Vertreter für Bäckereigeräte zu arbeiten, wird dazu gezwungen, den Beruf zu wechseln. Von jungen Menschen, wie Auszubildende oder Berufseinsteiger, ganz abgesehen. Sie erhalten nicht einen Cent vom Staat, wenn sie berufsunfähig werden.

Wer sich früh kümmert, spart

Auch die viel gepriesene BU hat ihre Tücken, dennoch ist sie aktuelle die beste Alternative, um sich bei Berufsunfähigkeit abzusichern. Es beginnt damit, dass der Versicherte die monatliche Erwerbsminderungsrente selbst bestimmen kann. Die Summe, die versichert wird, erhält er dann ein Leben lang. Sinnvoll ist es, diese immer an das aktuelle Nettogehalt anzupassen. Es sind keine finanziellen Ängste mehr nötig.

Wichtig ist es so früh wie möglich und ehrlich eine BU abzuschließen. Junge Menschen, die aktuelle in einer Ausbildung stecken, haben gute Chancen eine BU abzuschließen. Sie sind jung, gesund und haben durch ihr geringes Einkommen nicht mit hohen monatlichen Kosten zu rechnen. Auch für Berufseinsteiger lohnt sich der Abschluss einer BU. Es ist damit zu rechnen, je älter man wird, desto schwieriger und teurer wird es eine BU abzuschließen.

Wer Selbstständig ist, sollte in jedem Fall über solch eine Versicherung nachdenken, da diese Berufsgruppe ebenfalls keine Unterstützung vom Staat bekommt. Eine wahrheitsgemäße Beantwortung aller Fragen, ist ebenso unerlässlich. Wer dies nicht tut, dem kann es passieren, dass der Versicherungsschutz später entfällt. Das bedeutet, dass die Versicherung, dann keine monatliche Erwerbsminderungsrente zahlt.

Um sich für eine Versicherung zu entscheiden, ist es angebracht zunächst aktuelle Testergebnisse und Vergleiche zu studieren. Unabhängige wirtschaftliche Institutionen, wie Stiftung Warentest oder Ratingagenturen führen jährlich Test von Versicherungsanbietern durch und fassen diese für den Verbraucher zusammen. Dabei steht vor allem das Prei-Leistungsverhältnis im Mittelpunkt. Nicht jede Versicherung bietet dieselben Leistungen an.

Psychische Erkrankung führt immer öfter zur Berufsunfähigkeit

Einige besitzen zum Beispiel bestimmte Verweisungen, die den staatlichen ähneln. Das bedeutet, wenn der Versicherungsnehmer berufsunfähig wird, behält es sich die Versicherung vor, das zu überprüfen. Dabei kann es vorkommen, dass derjenige dann gezwungen ist, eine andere Tätigkeit auszuüben, da er laut ärztliches Gutachten zwar nicht mehr seine gelernte Tätigkeit ausüben kann, aber dafür eine andere.

Eine BU abzuschließen ist sinnvoll, sollte aber auch wohl überlegt sein. Die Gründe für einen vorzeitigen Renteneintritt können sehr vielfältig sein. Sie reichen von Unfallfolgen über körperliche Krankheiten bis hin zu psychischen Erkrankungen. Vor allem letzteres ist immer häufig ein Grund für Berufsunfähigkeit geworden. Bevor eine Versicherungspolice unterschrieben wird, sollten auch individuelle Test online durch Rechner durchgeführt werden.

Viele weitere Informationen, Vergleiche und Rechner finden Sie unter deutsche-berufsunfaehigkeitsversicherung.de .

Die Autorin des Beitrags, Anja Rösner, ist journalistische Mitarbeiterin des Portals.