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Berufsbildungsbericht Negativ-Rekord: Noch nie gab es so viele junge Ungelernte

Mehr als zwei Millionen junge Erwachsene haben keinen Berufsabschluss – so viele wie noch nie. Das belegt der Berufsbildungsbericht, den das Bildungsministerium Anfang April vorgelegt hat. Besonders hoch ist demnach der Anteil der Ungelernten unter Ausländern.

Die Zahl der jungen Menschen ohne Berufsausbildung hat einen neuen Rekordwert erreicht: Laut dem aktuellen Berufsbildungsbericht überschritt die Zahl der 20- bis 34-Jährigen ohne Berufsabschluss im Jahr 2017 die Marke von 2,1 Millionen, wie das "Handelsblatt" berichtet. 2014 waren es noch 1,88 Millionen gewesen.

Am höchsten ist der Anteil der Ungelernten unter jungen Ausländern. Jeder Dritte kann keine Ausbildung vorweisen. Es zeigt sich jedoch ein Trend zur Besserung in dieser Gruppe. So ist der Anteil in den Jahren bis 2017 gesunken. Mittlerweile machen gut 34 Prozent von ihnen eine Ausbildung, wie das "Handelsblatt" unter Berufung auf den Bericht weiter schreibt. Bei den Deutschen sind es knapp 56 Prozent. "Insbesondere Geflüchtete sind nun stärker in die duale Ausbildung eingemündet", zitierte das Blatt. Von den 15.400 jungen Flüchtlingen, die 2017 eine Lehre begonnen haben, ging jeder Zweite ins Handwerk. Insgesamt finde ein Drittel der Ausbildung im Handwerk statt, berichtet das Handelsblatt

Insgesamt stieg die Zahl der ausländischen Neu-Lehrlinge seit 2011 von gut 28.000 auf fast 50.000. In dieser Zeit sank die Zahl der deutschen Azubi-Anfänger von 470.000 auf 408.000. Laut Bericht haben Migranten generell schlechtere Chancen auf einen Ausbildungsplatz. Das liege aber keinesfalls nur an ihren im Schnitt schlechteren Schulabschlüssen, sondern gelte auch bei gleichen Noten.

Den Berufsbildungsbericht legt das Bundesbildungsministerium der Regierung jährlich zum 1. April vor. Laut "Handelsblatt" befasst sich das Kabinett noch in dieser Woche mit den Ergebnissen. AFP/dhz

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