Die Berliner Polizeiführung sieht sich durch die vergleichsweise geringen Ausschreitungen rund um den 1. Mai in diesem Jahr in ihrer Taktik bestätigt. Innensenator Ehrhart Körting (SPD) sagte am Montag, er sei "hoch zufrieden" mit dem Einsatz. Der 1. Mai sei geprägt gewesen von fröhlich feiernden Menschen. Die 7.000 eingesetzten Beamten hätten eine "hoch professionelle Arbeit" geleistet.
Berlins Innensenator Körting mit 1.-Mai-Konzept der Polizei zufrieden
Berlin (dapd). Die Berliner Polizeiführung sieht sich durch die vergleichsweise geringen Ausschreitungen rund um den 1. Mai in diesem Jahr in ihrer Taktik bestätigt. Innensenator Ehrhart Körting (SPD) sagte am Montag, er sei "hoch zufrieden" mit dem Einsatz. Der 1. Mai sei geprägt gewesen von fröhlich feiernden Menschen. Die 7.000 eingesetzten Beamten hätten eine "hoch professionelle Arbeit" geleistet. Zwar habe es wieder eine Reihe von Straftaten gegeben. Die Polizei sei aber "konsequent eingeschritten".
Berlins Polizeipräsident Dieter Glietsch wies darauf hin, dass es nicht wie in früheren Jahren zu "stundenlangen Steinewerferaktivitäten" gekommen sei. Dies sei auch darauf zurückzuführen, dass die sogenannte "Revolutionäre-1.Mai-Demonstration" am 1. Mai von starken Kräften begleitet worden sei und Beamte die Menge nach Ende in kleinen Gruppen "durchmischt" hätten.
Möglich wurde dies unter anderem durch den hohen Personaleinsatz. Obwohl es in diesem Jahr keinen Neonazi-Aufmarsch in Berlin gab, war die Polizei mit nur rund 400 Kräften weniger im Einsatz als 2010. Sie wurde von 3.000 Einsatzkräften aus Nordrhein-Westfalen, Hessen, Niedersachsen, Brandenburg, Sachsen, Thüringen, Bayern und Schleswig-Holstein sowie der Bundespolizei unterstützt.
Bei den verschiedenen Veranstaltungen gab es in diesem Jahr weniger Festnahmen als im Vorjahr. Nach Angaben von Polizeipräsident Glietsch wurden am 1. Mai und in der Walpurgisnacht insgesamt 161 Personen festgenommen. 2010 waren es 487, darunter 286 Teilnehmer eines unangemeldeten Neonazi-Aufmarschs. Die Zahl der verletzten Beamten blieb mit 100 annähernd konstant.
Nach Angaben der Polizei waren von den rund 9.000 Teilnehmern der "Revolutionären-1.Mai-Demonstration" rund 1.000 gewaltbereit. An der Spitze des Aufzugs hätten sich kurz nach Beginn linksautonome Aktivisten vermummt und mit Feuerwerkskörpern geworfen. Entlang der Strecke bewarfen Teilnehmer Bank- und Einzelhandelsfilialen sowie Einsatzfahrzeuge der Polizei und eine Polizeidienststelle mit Steinen. Der Aufzug wurde daraufhin gestoppt. Die Organisatoren beendeten gegen 20.15 Uhr den Aufzug vorzeitig.
Im Anschluss kam es den Angaben zufolge am Hermannplatz zu Flaschen- und Steinwürfen. Ein "Ausufern der Gewalt" sei aber durch "frühzeitiges und gezieltes Eingreifen" unterbunden worden, heiß es. Auch am Kottbusser Tor gelang es den Beamten später, die Lage zu beruhigen. Das "Myfest" mit bis zu 24.000 Besucher blieb störungsfrei. Körting sagte, das seit 2003 ausgerichtete Bürgerfest habe sich "etabliert".
Auch die Walpurgisnacht verlief in diesem Jahr weitgehend ohne Zwischenfälle. Im Mauerpark im Bezirk Prenzlauer Berg feierten laut Polizei bis zu 1.500 Menschen "ausgesprochen friedlich". In Friedrichshain wurden Polizisten nach dem Ende eines Konzerts mit Steinen und Feuerwerkskörpern angegriffen. 15 der in der Walpurgisnacht festgenommenen 58 Personen erhielten Haftbefehl, davon zehn mit Haftverschonung. In Berlin kommt es seit 1987 rund um den 1. Mai regelmäßig zu Ausschreitungen. Die Gewalt ist aber seit Jahren tendenziell rückläufig.
dapd
