DHZ-Info Bericht zu Beschäftigungschancen Älterer

Die Große Koalition hatte 2007 beschlossen, von 2012 bis 2029 das gesetzliche Rentenalter schrittweise anzuheben. Das Rentenalter 67 gilt ab dem Jahrgang 1964. Damals wurde auch festgelegt, dass die Regierung erstmals 2010 und dann regelmäßig die Beschäftigungschancen Älterer analysieren muss. Sozialministerin Ursula von der Leyen hat den ersten Bericht dazu Mitte November unter dem Titel "Aufbruch in die altersgerechte Arbeitswelt" vorgelegt.

Bericht zu Beschäftigungschancen Älterer

Die Ministerin unterstreicht darin die positive Entwicklung der vergangenen Jahre. Demnach hat sich die Zahl der Arbeitslosen über 55 Jahre seit 2000 halbiert. Gleichzeitig wuchs die Zahl älterer Erwerbstätiger zwischen 55 und 65 Jahren von 2005 bis 2009 um mehr als eine Million. In dem Alter hätten drei von vier Beschäftigten sozialversicherungspflichtige Jobs, sagte die Sozialministerin am Donnerstag in der Bundestagsdebatte über ihren Bericht.

Allerdings geht aus dem Papier auch hervor, dass in der Altersgruppe zwischen 55 und 65 Jahren nur 55,9 Prozent erwerbstätig sind, in der Gruppe von 60 bis 65 nur 38,4 Prozent. Unmittelbar vor dem heutigen Rentenalter 65 sind bereits mehr als 77 Prozent der Menschen nicht mehr in Arbeit.

Bei sozialversicherungspflichtigen Jobs – also ohne Beamte, Mini- und Ein-Euro-Jobber - sind die Quoten noch niedriger. Von der Altersgruppe von 55 bis 65 Jahren haben laut Bericht insgesamt noch 48,3 Prozent eine solche reguläre Arbeit. In der Gruppe von 60 bis 65 sind es weniger als halb so viele: 23,4 Prozent.

Im Alter von 64 Jahren – unmittelbar vor dem heutigen regulären Rentenalter 65 – haben nur 8,3 Prozent der Männer und 3,4 Prozent der Frauen einen sozialversicherungspflichtigen Vollzeitjob, wie die Regierung auf Anfrage der Linken im Parlament ergänzte. Das heißt, mehr als neun von zehn Menschen in dieser Altersgruppe haben nur noch Mini- oder Teilzeitjobs, sind erwerbsunfähig oder ganz ohne Chance auf dem Arbeitsmarkt.

dapd