Der Benzinpreis ist über das lange Osterwochenende deutlich gefallen. Am Dienstagmorgen kostete der Liter Super nach Angaben von Marktführer Aral 1,54 Euro. Das sind 5 Cent weniger als zu den teuersten Zeiten zum Start der Osterreisewelle. Diesel war mit 1,43 Euro 4 Cent billiger. Ein Aral-Sprecher erklärte, der Wettbewerb zwischen den Tankstellen habe die Preise abbröckeln lassen.
Benzinpreis über Ostern gefallen
Hamburg/Berlin (dapd). Der Benzinpreis ist über das lange Osterwochenende deutlich gefallen. Am Dienstagmorgen kostete der Liter Super nach Angaben von Marktführer Aral 1,54 Euro. Das sind 5 Cent weniger als zu den teuersten Zeiten zum Start der Osterreisewelle. Diesel war mit 1,43 Euro 4 Cent billiger. Ein Aral-Sprecher erklärte, der Wettbewerb zwischen den Tankstellen habe die Preise abbröckeln lassen. Der Ölpreis blieb weitgehend stabil bei fast 124 Dollar für ein Barrel (159 Liter) Nordseeöl der Sorte Brent.
Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer kritisierte unterdessen die Ölkonzerne. "Die Osterpanik der Mineralölkonzerne war unnötig. Statt die Autofahrer zu verunsichern, sollten sich die Ölmultis lieber um eine ausreichende Versorgung kümmern", sagte der CSU-Politiker der "Bild"-Zeitung.
Die Ölindustrie hatte vor Ostern erklärt, einzelne Tankstellen könnten am Ostermontag möglicherweise leer sein, weil mehrere Probleme gleichzeitig die Belieferung mit Tankwagen schwierig machten. Ramsauer sagte, jeder Kaufmann müsse schauen, dass er genug Ware habe - auch zu Ostern. Die Mineralölwirtschaft habe "dieselbe Schuldigkeit", rügte Ramsauer. Der Mineralölwirtschaftsverband (MWV) erklärte, die Kritik sei "nicht gerechtfertigt". Die "politisch vorgegebene Einführung" des unbeliebten Bio-Benzins E10 habe die Lieferprobleme über Ostern verschärft, sagte eine MWV-Sprecherin.
Auch ADAC-Präsident Peter Meyer äußerte scharfe Kritik an der Bevorratungspolitik der Kraftstoffhersteller: "Das grenzt schon an Sprit-Sozialismus wie in der Planwirtschaft. Die Anbieter müssen endlich Angebot und Nachfrage zusammenbringen."
Sprecher von Aral, Esso und Shell erklärten am Dienstag, es sei höchstens an einzelnen Punkten zu Leerständen gekommen. "Es gab keine Versorgungsprobleme", sagte ein Aral-Sprecher und fügte hinzu: "Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht." Esso sprach von "ein paar" leeren Tanks, Shell von "punktuellen Leerständen". Genaue Zahlen darüber, wie viele der rund 15.000 deutschen Tankstellen leer waren, nannten die Firmen nicht.
Die Ölindustrie musste mehrere Probleme gleichzeitig lösen: An Ostern gibt es zeitweise Fahrverbote für die Tanklaster, gleichzeitig ist aber wegen der Reisewelle die Nachfrage höher als sonst. Außerdem sorgt die Einführung des umstrittenen Öko-Sprits E10 immer noch für Ärger, weil vieler Autofahrer den Treibstoff ablehnen. Hinzu kommt die derzeit laufende Umstellung beim Benzin von Winterqualität auf Sommerware.
dapd
