Die insolvente Beluga-Reederei und andere Unternehmen der Gruppe werden abgewickelt. Das kündigte der vorläufige Insolvenzverwalter Edgar Grönda am Montag in Bremen an.
Beluga-Reederei soll abgewickelt werden
Bremen (dapd). Die insolvente Beluga-Reederei und andere Unternehmen der Gruppe werden abgewickelt. Das kündigte der vorläufige Insolvenzverwalter Edgar Grönda am Montag in Bremen an. Das Schwergutreederei-Geschäft soll in kleinerer Form mit zunächst 16 Schiffen aus dem Besitz von Beluga und Oaktree von dem Unternehmen "Hansa Heavy Lift" (HHL) weiterbetrieben werden, das der Beluga-Investor Oaktree mittlerweile gegründet hat.
Insgesamt werden den Angaben zufolge rund 135 Mitarbeiter weiterbeschäftigt, 224 Mitarbeiter erhalten die Kündigung. Wie Grönda erläuterte, hatten sich von den rund 670 Beschäftigten schon knapp 210 selbst neue Arbeitsstellen gesucht. Aktuell sind bereits 50 frühere Beluga-Angestellte für HHL tätig, 70 sollen es werden. 65 Mitarbeiter sollen die Unternehmen abwickeln und Vermögen verwerten. Sie seien unter anderem danach ausgesucht worden, wie gut sie Vorgänge der Vergangenheit kennen, die zu der Insolvenz geführt haben, sagte Grönda. Das sei wichtig wegen möglicher zivilrechtlicher Ansprüche, die sich aus der mutmaßlichen Kriminalinsolvenz ergeben.
Grönda sagte: "Wir hoffen, dass es gelingt, mit der HHL etwas stehen zu lassen." Der Oaktree-Chef und derzeitige Beluga-Geschäftsführer Roger Iliffe erklärte, das Geschäft der Reederei sei im ersten Monat gut gelaufen und werde in den nächsten Monaten vielleicht noch besser. Insgesamt gehe es der Schwergutreederei derzeit schlecht, aber für Ende 2012 erwarte man Besserung. Oaktree wolle die Flotte durch Neubauten auf 23 Schiffe aufstocken. Es gebe keine Pläne, die Firma aus Bremen abzuziehen.
Von der Insolvenz ist nur ein Teil des weitverzweigten Firmenimperiums von Ex-Beluga-Chef Nils Stolberg betroffen. Gegen Stolberg und andere Führungskräfte ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen Betrugs in besonders schwerem Fall und unrichtiger Darstellung. Sie sollen Umsatzerlöse im dreistelligen Millionenbereich falsch ausgewiesen und so Kapitalgeber getäuscht haben.
dapd
