Arbeitsausfälle verursachen der Wirtschaft enorm hohe Kosten
Belastende Rückenschmerzen
Rund 30 Prozent aller Krankheitstage gehen auf Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparats zurück, viele davon auf Rückenschmerzen. Außerdem zählen sie zu den häufigsten Ursachen für eine krankheitsbedingte Frühberentung, wie der „Fit for Work“-Report der britischen Work Foundation zeigt.
Zum Erhalt der Arbeitsfähigkeit forderten Experten von der Initiative Neue Qualität der Arbeit und des Verbandes Deutscher Betriebs- und Werksärzte (VDBW) eine frühe Diagnose und eine frühzeitige Intervention. Zusätzlich sei eine bessere Zusammenarbeit von Ärzten, Arbeitgebern und Beschäftigten notwendig. Dafür müsse die Politik die nötigen Rahmenbedingungen schaffen. Durch ein effizienteres Gesundheitsmanagement könnten 30 bis 40 Prozent der krankheitsbedingten Abwesenheitstage vermieden werden, so der Report.
„Das oberste Ziel sollte die Reduzierung von Erkrankungen und von dauerhafter Arbeitsunfähigkeit sein. Denn aufgrund der demografischen Entwicklung sind Unternehmen immer mehr darauf angewiesen, wertvolles Know-how und Erfahrungen im Betrieb zu halten“, betonte VDBW-Präsidiumsmitglied Dr. Anette Wahl-Wachendorf. Wie der Report belegt, beträgt der Produktivitätsausfall allein durch Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates 9,7 Millionen Euro pro Jahr. Das entspricht 0,4 Prozent des Bruttosozialprodukts. Insgesamt kommt es schon jetzt infolge von vorübergehenden oder dauerhaften Arbeitsausfällen aufgrund dieser Erkrankungen in Deutschland jährlich zu Kosten von insgesamt 26,6 Milliarden Euro.
Ein wichtiges Instrument zur Vermeidung von Arbeitsunfähigkeit ist eine möglichst frühe Diagnose und adäquate Behandlung von Erkrankungen. Zusätzlich müssen möglichst frühzeitig präventive Maßnahmen am Arbeitsplatz ergriffen werden. Voraussetzung ist eine positive und offene Unternehmenskultur, die es ermöglicht, dass „Arbeitsmediziner in Kooperation mit dem Management und den Betroffenen Lösungen erarbeiten, die Anpassungen des Arbeitsplatzes, der Arbeitszeit und weitere Maßnahmen beinhalten“, so Wahl-Wachendorf. dhz