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Immer mehr Pflegebedürftige Beiträge zur Pflegeversicherung steigen 2019

Das Bundesgesundheitsministerium wird die Beiträge zur Pflegeversicherung anheben. Sie steigen zum 1. Januar 2019 um 0,3 Prozentpunkte. Im Gegenzug könnte es in einem anderen Bereich der Sozialversicherung günstiger werden.

Die Pflegeversicherung verzeichnet derzeit ein Defizit, das Ende 2018 voraussichtlich bei drei Milliarden Euro liegt. Der Grund: In Deutschland gibt es immer mehr Pflegebedürftige und die Hilfen für diese Menschen – ob ambulant oder stationär, ob durch Angehörige oder professionelle Pflegedienste – müssen bezahlt werden. Durch die letzte Pflegereform haben mehr Menschen einen Anspruch auf Leistungen aus der Pflegeversicherung bekommen und Gelder abgerufen. Allein dadurch sind Mehrausgaben von 1,1 Milliarden Euro pro Jahr zustande gekommen.

Damit das Defizit im kommenden Jahr nicht noch stärker steigt, hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (SPD) nun angekündigt, dass die Beiträge zur Pflegeversicherung steigen müssen. Sie werden ab dem 1. Januar 2019 um  0,3 Prozentpunkte  angehoben. Im Moment liegt der Beitragssatz noch bei 2,55 Prozent des Bruttolohns. Kinderlose zahlen 2,8 Prozent. Mit diesem Schritt will das Gesundheitsministerium Mehreinnahmen von jährlich 4,2 Milliarden Euro erzielen und Planungssicherheit bis 2022 schaffen.

Mehr für die Pflegeversicherung, weniger für die Arbeitslosenversicherung

In einem Video-Statement verteidigte Spahn die Beitragssteigerung mit den Worten, dass sich die Gesellschaft grundsätzlich fragen müsse, wie viel ihr gute Pflege, eine gute Bezahlung der Pflegekräfte und eine gute Unterstützung der Pflegebedürftigen und ihrer Angehörigen wert sei. Einem Bericht von faz.net zufolge forderte er zudem Entlastungen in anderen Sozialversicherungszweigen und wies auf die Arbeitslosenversicherung hin. Hier wird über eine Senkung um 0,3 Punkte diskutiert. jtw

Pflegeversicherung: Jens Spahn erklärt die Beitragssteigerungen

Ab 2019 steigen die Beiträge in die Pflegeversicherung. Jens Spahn erklärt, warum mehr Geld nötig ist und wie weitere Defizite verhindert werden sollen.

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