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Immer mehr Pflegebedürftige Beiträge zur Pflegeversicherung steigen 2019

Das Bundesgesundheitsministerium wird die Beiträge zur Pflegeversicherung anheben. Sie sollen zum 1. Januar 2019 um 0,5 Prozentpunkte steigen. Das ist mehr als bisher angekündigt war.

Die Pflegeversicherung verzeichnet derzeit ein Defizit, das Ende 2018 voraussichtlich bei drei Milliarden Euro liegt. Der Grund: In Deutschland gibt es immer mehr Pflegebedürftige und die Hilfen für diese Menschen – ob ambulant oder stationär, ob durch Angehörige oder professionelle Pflegedienste – müssen bezahlt werden. Durch die letzte Pflegereform haben mehr Menschen einen Anspruch auf Leistungen aus der Pflegeversicherung bekommen und Gelder abgerufen. Allein dadurch sind Mehrausgaben von 1,1 Milliarden Euro pro Jahr zustande gekommen.

Damit das Defizit im kommenden Jahr nicht noch stärker steigt, hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (SPD) schon im Juni angekündigt, dass die Beiträge zur Pflegeversicherung steigen müssen. Sie sollten ab dem 1. Januar 2019 um  0,3 Prozentpunkte angehoben werden. So lauteten die ursprünglichen Pläne.

Vor ein paar Tagen wurde nun bekannt, dass Spahn für das kommende Jahr voraussichtlich eine Anhebung um 0,5 Prozentpunkte vorschlagen will. "Wenn wir mehr Pflegekräfte wollen und wenn wir sie besser bezahlen wollen, dann wird das mehr kosten", sagte Spahn am vergangenen Sonntag in Berlin der Nachrichtenagentur dpa. Im Moment liegt der Beitragssatz noch bei 2,55 Prozent des Bruttolohns. Kinderlose zahlen 2,8 Prozent. Mit der Beitragsanhebung will das Gesundheitsministerium Mehreinnahmen von jährlich 4,2 Milliarden Euro erzielen und Planungssicherheit bis 2022 schaffen. dhz

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