Das Waschen von Arbeitskleidung erfordert besondere Aufmerksamkeit: Vollwaschmittel, Weichspüler oder Bleichmittel sind in der Regel tabu. Sie können die funktionellen Gewebe und deren schützende Ausrüstungen blockieren oder sogar zerstören.
Wer seine Arbeitskleidung selber wäscht, steht nicht selten vor einer schwierigen Aufgabe. Einerseits müssen berufsbedingte Flecken wie Metallabrieb, stark fett- und ölhaltige Verschmutzungen oder Farbe entfernt werden. Andererseits erlaubt die Pflegekennzeichnung nicht unbedingt die "rabiatesten" Waschverfahren. Ein Blick auf das im Inneren des Kleidungsstücks eingenähte Pflegeetikett verrät die zulässigen Bearbeitungsprozesse.
Darin ist meist ein durchgestrichenes Dreieck-Symbol zu sehen. Es bedeutet, dass die Behandlung der Ware mit Bleichmitteln nicht erlaubt ist. Auch beim maschinellen Trocknen, das durch ein Quadrat mit einem innenliegenden Kreis gekennzeichnet ist, gibt es häufig Einschränkungen. Dafür gibt es gute Gründe.
Vollwaschmittel ungeeignet
Bleichmittel, die auch in den meisten Vollwaschmitteln enthalten sind, können zu einer chemischen Schädigung von Wetter- und Nässeschutzimprägnierungen sowie einer allmählichen Entfärbung der Workwear-Gewebe führen. Bei Warnkleidung ist der negative Effekt von bleichenden Substanzen noch drastischer: Die Reflexmaterialien können beschädigt werden und die Leuchtkraft der Hi-Vis Farben verloren gehen. Dadurch büßt die Warnkleidung ihre Schutzwirkung ein. Sie wird unbrauchbar und muss ersetzt werden.
Auch optische Aufheller haben nichts in der Wäsche von Warnkleidung zu suchen: Die in Vollwaschmitteln enthaltenen speziellen Farbstoffe, die Weiß noch weißer erscheinen lassen, heben die fluoreszierende Wirkung von Leuchtgelb, -orange und -rot auf. Der weithin sichtbare Effekt der Warnkleidung geht verloren, der Mitarbeiterschutz ist nicht mehr gewährleistet. Bei der Wäsche von PSA sind außerdem Wasserenthärter, griffgebende Stärkemittel sowie stark oxidativ wirkende Mittel verboten. Um sicherzugehen, dass die Wirkung von Schutzkleidung durch die Pflege nicht beeinträchtigt wird, raten die Hersteller zur Verwendung von speziellen PSA-Waschmitteln beziehungsweise empfehlen, die Pflege von einem professionellen Textildienstleister durchführen zu lassen.
Pflegeetikett beachten
Auch das Nichteinhalten der empfohlenen Waschtemperatur sowie der Wasch- und Trockenprogramme kann Auswirkungen haben. Die Textilien können einlaufen, Farben ausbluten. Das Material, Nähte oder Reißverschlüsse können beschädigt und Fasern beim Trocknen an der frischen Luft durch UV-Licht abgebaut werden. Dies alles gilt insbesondere für Unterwäsche und Strümpfe aus reiner Wolle. Auch wenn Funktionsunterwäsche aus dem Naturmaterial in der Regel gute Pflegeeigenschaften hat, führt falsche Wäsche zum Verfilzen und Schrumpfen. Die Hersteller solcher Kleidung empfehlen daher das Waschen mit einem speziellen Wollwaschmittel.
Damit die Wäsche gelingt, empfehlen die Hersteller zum Waschen von Berufskleidung milde Flüssigwaschmittel ohne Zusatz von Aufhellern oder Enzymen sowie Colorwaschmittel. Auf Wasserenthärter und seifenbasierte Waschmittel soll bei imprägnierter Wetterschutzkleidung verzichtet werden. Für Wollkleidung sollten Wollwaschmittel und für Funktionskleidung entsprechende Spezialwaschmittel verwendet werden.
Weichspüler sind ein No-Go
Weichspüler haben auf Berufs- und Schutzkleidung nichts zu suchen. Wie ihr Name schon verrät, verleihen sie einem Textil einen weicheren Griff, indem sie sich um die einzelnen Fasern eines Gewebes legen. Infolgedessen verliert eine Berufskleidung ihre Form und Festigkeit und selbst Cord- und robuste Arbeitsstoffe können an Standfestigkeit einbüßen. Hinzu kommt, dass Weichspüler Rückstände hinterlassen können, die zur Schwächung der Gewebefasern und einer Verkürzung der Lebensdauer einer Kleidung führen.
Weichspüler haben eine weitere unangenehme Wirkung: Bei regelmäßiger Anwendung erzeugen sie eine nässeabweisende Wirkung auf dem Textil. Dadurch kann Schweiß nicht mehr von der Kleidung aufgenommen und nach außen abgeleitet werden, der Komfort und die Atmungsaktivität leiden. Immerhin: Nach mehrmaligem Waschen löst sich der Weichspüler ab, so dass die Funktionalität wieder weitgehend hergestellt wird.
Für alle membranbasierten Bekleidungsteile wie Wetterschutz-, Funktions- oder Softshelljacken sind Weichspüler tabu. Die Substanzen verstopfen die Poren der Membrane und überziehen sie mit einem hauchdünnen Film. Dadurch verliert das Kleidungsstück seine Wasserdampfdurchlässigkeit und Atmungsaktivität: Schweiß perlt an der Membran ab, anstatt nach außen geleitet zu werden.
Auf Schweißer- und Flammschutzkleidung haben Weichspüler eine besonders gefährliche Wirkung: Die an den Fasern abgelagerte Substanz kann bei Kontakt mit Feuer in Flammen aufgehen.
Sonderfall Lebensmittel
Für Berufskleidung aus der Lebensmittelverarbeitung gelten besondere Hygieneanforderungen. Diese können in einer Haushaltswaschmaschine nicht erreicht werden: Die Maschinen können die für eine ausreichende Desinfektion benötigte Temperatur nicht halten. Abgesehen davon sind die zur Entfernung von Eiweiß, Gewürzen, Keimen und Co. erforderlichen Waschmittel nicht im Handel erhältlich. Profis bieten hier passende Lösungen. Jan Kuntze von der DBL – Deutsche Berufskleider-Leasing: "Als Anbieter von textilem Mietservice tragen wir Sorge, dass Berufs- und Schutzkleidung dauerhaft funktionieren. Dafür existieren in unseren Betrieben spezifische Wasch- und Bearbeitungsprozesse, die wir täglich anwenden. Damit gewährleisten wir die Eigenschaften von Berufskleidung beziehungsweise die dauerhafte Aufrechterhaltung der Schutzfunktionen von PSA."
Zudem unterlägen alle Schutzaspekte, die sich bei der PSA durch tägliche Nutzung und Aufbereitung im Laufe der Zeit verändern können, im Mietservice einer regelmäßigen und intensiven Kontrolle. Sei die Schutzfunktion bei dem eingesetzten Kleidungsstück nicht mehr gegeben, erfolge der automatische Austausch durch den Dienstleister.
Selber waschen keine Option
Auch Vanessa Jung, Abteilungsleitung Corporate Affairs & Compliance MS&C / Corporate Communication & Content bei Mewa unterstreicht die Vorteile, die das Auslagern der Pflege von Arbeitskleidung an einen Dienstleister bietet: "Mehr Zeit, höhere Sicherheit, bessere Qualität und eine geringere Umweltbelastung. Die Berufskleidung wird daher selten privat gewaschen, denn im Grunde sind alle froh, wenn ihnen eine lästige Aufgabe wie Wäsche waschen abgenommen wird." Komme es dennoch vor, dass der Kunde die Berufskleidung selber wäscht, "sprechen wir darüber, denn unser Rundum-Service beinhaltet eine ordnungsgemäße Pflege und Instandhaltung der Textilien, wie es beispielsweise ISO- und DIN-Normen fordern.“ Dies gelte auch für die Vorgaben durch die Benutzungsverordnung für persönliche Schutzausrüstung (PSA-BV)".
