Auktionen im Internet für Handwerker Bei Zoll-Auktionen Schnäppchen schlagen

Werkzeug, Transporter oder Computer: Bei Zoll-Auktionen im Internet ist alles zu finden. Und Interessenten müssen sich dabei nicht fragen, ob die Anbieter wirklich seriös sind. Auch Handwerksbetriebe können dort besondere Schnäppchen schlagen.

Wer bei Online-Auktionen von Behörden mitbietet, geht fast kein Risiko ein. - © Foto: uwimages/Fotolia

Seit 2009 müssen die Finanzämter der Länder laut Gesetz Pfändungsgegenstände auf der zentralen Internetplattform www.zoll-auktion.de versteigern. Das Internet hat die örtlichen Auktionen Behörden seither weitgehend abgelöst - sie gibt es nur noch in Ausnahmefällen.

Doch nicht nur die Finanzämter von Bund und Ländern, auch Zoll und Polizei bieten auf der Plattform gepfändete oder be schlagnahmte Waren und Fundstücke an. Privatpersonen und Firmen sind berechtigt mitzubieten. Auch für Handwerksbetriebe können die Zoll-Auktionen interessant sein, denn vom LKW-Kipper über Transporter, einer Grundwasser-Absenkpumpe bis zum Fahrrad ist dort alles zu finden. Sogar Billardti sche und Neoprenanzüge werden auf der Internetseite angeboten. Momentan befinden sich knapp 1.700 Artikel in der Auktion.

Auktionsanbieter sind aus schließlich staatliche Institutionen

Im Vergleich zu anderen Auktionsportalen wie Ebay, besteht an der Seriosität der Anbieter bei Zoll-Auktionen kein Zweifel. Das Risiko gefäl schte oder im schlimmsten Fall gar keine Ware zu erhalten, gibt es also nicht. Der Nachteil ist aber: Versteigerungen werden abgebrochen, wenn gepfändete Artikel vom Besitzer ausgelöst werden. Der Höchstbietende hat dann keinen Anspruch mehr darauf, dass der Kaufvertrag bestehen bleibt.

Um mitzubieten, müssen sich Interessenten kostenlos registrieren. Für Firmen gibt es zwar eine eigene Registrierungsmaske, sonst aber keine Besonderheiten. Wie bei anderen Auktionsportalen geben Bieter ihr Gebot für das Produkt ab. Wird man überboten, bekommt man eine E-Mail. Nutzer können außerdem einen Maximalbetrag angeben und ein automati scher Bietagent steigert bis zu diesem Betrag mit.

Anbieter sind derzeit 2.700 Behörden und Institutionen von Bund, Ländern und Gemeinden oder auch der EU. Nutzer können Behörde und Bundesland auswählen, bei dem sie nach Waren suchen möchten. Gerade bei größeren Geräten ist es möglich und oft auch sinnvoll, sie sich vor Ort anzusehen. Ein kurzer Anfahrtsweg ist daher von Vorteil. Die Auktion läuft während dieser Zeit jedoch weiter.

Einstiegspreis bei Zoll-Auktionen entspricht halbem Marktwert

Das Erstandene kann sich der Käufer entweder zusenden lassen oder selbst abholen. Grundsätzlich gibt es für bei öffentlichen Auktionen erworbene Waren kein Widerrufsrecht. "Oft sind wir aber kulant und nehmen die Ware zurück, wenn sich der Käufer weigert, sie zu nehmen. Erzielen wir bei der nächsten Auktion aber einen niedrigeren Preis, muss er den Differenzbetrag zahlen", sagt Michael Bender vom Hauptzollamt Gießen. Auch eine Gewährleistung gibt es für die Produkte nicht, auf Mängel werde jedoch grundsätzlich hingewiesen.

Der Einstiegspreis bei den Versteigerungen entspricht meist dem halben Marktwert des Artikels. Ausnahmen bilden nur besonders teure Produkte. Es ist also durchaus möglich, bei den Auktionen Schnäppchen zu ersteigern. Durch schnittlich dauern die Auktionen dabei 12 bis 14 Tage.

Im Jahr 2012 hat die Zollauktion mit den Versteigerungen damit 70 Millionen Euro Umsatz gemacht. sch