Ausstellung "Restauratoren im Handwerk" Handwerk hat große Bedeutung für den Denkmalschutz

Mackie Messers Haifisch-Song aus der Dreigroschenoper in der unvergleichlichen Version Louis Armstrongs oder Benny Goodmans Swing-Rhythmen klingen durch den Raum. Die überraschenden Klänge kommen aus einer funkelnd-glitzernden Wurlitzer-Jukebox von 1940. Das gute alte Stück ist einer der Publikumsmagneten der Ausstellung "Restauratoren im Handwerk" in der Münchner Galerie Handwerk.

Rudolf Baier

Diese Wurlitzer-Jukebox von 1940 ist im Münchner „Atelier für Restaurierung“ wieder instand gesetzt worden. - © Schuhmann

Die Ausstellung stellt das Tätigkeitsfeld von Restauratoren im Handwerk vor und betont auf beredte Weise die Bedeutung des Handwerks für den Denkmalschutz.

Das setzt die intensive Beschäftigung mit alten Techniken voraus, gründliche Materialkenntnis und die Fähigkeit, Geschichte und Gegenwart auf eine für das jeweilige Objekt überzeugende Weise zu verknüpfen.

Handwerker restaurieren Handwerk

Neben den akademisch ausgebildeten Restauratoren sind es vor allem die Restauratoren im Handwerk, die für die Umsetzung der Restaurierungsarbeiten von historischen Gebäuden und Objekten zuständig sind, die einst von Handwerkern geschaffen wurden.

Die Fortbildung zum Restaurator im Handwerk ist bundeseinheitlich geregelt und für die Gewerke Buchbinder, Holzbildhauer, Gold- und Silberschmiede, Maler- und Lackierer, Maurer, Metallbauer, Orgel- und Harmoniumbauer, Parkettleger, Raumausstatter, Steinmetz- und Steinbildhauer, Stuckateur, Schreiner, Vergolder und Zimmerer möglich.

Der Meisterbrief in dem jeweiligen Gewerk ist Voraussetzung, schon während Lehr- und Gesellenzeit sollten Erfahrungen in der Denkmalpflege gesammelt worden sein. Die Münchner Ausstellung wurde zusammen mit der Landesgruppe "Restaurator im Handwerk e.V.", in der sich die handwerklichen Restauratoren in Baden-Württemberg, Bayern und Thüringen zusammengeschlossen haben, zusammengestellt.

Original und gefasster Abguss einer Putto. - © Galerie
Putto

Die Wurlitzer wurde liebevoll im "Atelier für Restaurierung“ der Münchner Restauratorin Julia Gredel und ihrem Mann Christian wieder auf Vordermann gebracht.

"Ziel der Restaurierung war die Wiederherstellung der Funktion und des gealterten ästhetischen Gesamteindrucks unter Erhalt der noch vorhandenen originalen Substanz", so Projektleiterin Dr. Michaela Braesel. Es gibt noch weit mehr zu entdecken.

Zum Beispiel die Restaurierung von Autos, Uhren, Stuck, Schmuck und Gerät, von wertvollen alten Möbeln, von Parkett, von historischen Zimmererarbeiten, von Schlössern und Beschlägen samt rekonstruierter Schlüssel, von Türen und Fenstern sowie von Wandgestaltungen und -malereien.

Die Ausstellung "Restauratoren im Handwerk" in der Galerie Handwerk in der Max-Joseph-Str. 4, München, ist bis zum 6. Oktober zu sehen. Weitere Informationen auf der Internetseite deer Handwerkskammer für München und Oberbayern unter www.hwk-muenchen.de/galerie.