Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck hat seine Partei vor einen Rückfall in alte Flügelkämpfe gewarnt. "Ich kann nur raten, dass man nicht wieder die Leute von der Leine lässt, die scheinbar Stimmen ihres Herrn oder ihrer Herrin sind und selbst aus der dritten Reihe kommen", sagte der frühere SPD-Vorsitzende der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Samstagausgabe).
Beck warnt Partei vor Ränkespielen
Frankfurt/Main (dapd). Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck hat seine Partei vor einen Rückfall in alte Flügelkämpfe gewarnt. "Ich kann nur raten, dass man nicht wieder die Leute von der Leine lässt, die scheinbar Stimmen ihres Herrn oder ihrer Herrin sind und selbst aus der dritten Reihe kommen", sagte der frühere SPD-Vorsitzende der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Samstagausgabe).
Eigentlich müsse die Partei das gelernt haben, sagte Beck, der 2008 vom Vorsitz zurückgetreten war und als Grund Intrigen in seiner Partei angegeben hatte. Zwar seien es jetzt nicht mehr dieselben Leute, "aber es sind dieselben Muster. Das macht es nicht besser."
Die anhaltend schwachen Umfragewerte erklärte Beck mit noch immer vorhandenen politischen Folgen der Hartz-IV-Gesetze. Bei einem Teil der SPD-Stammwählerschaft seien so Zweifel an der SPD-Kernkompetenz "Soziales Gerechtigkeit" entstanden, die noch immer nicht ganz beseitigt seien. Lobend äußerte sich Beck zur Arbeit von Parteichef Sigmar Gabriel. Dieser mache seine Arbeit "viel besser, als derzeit darüber berichtet wird".
Die Debatten über einen SPD-Kanzlerkandidaten findet Beck unsinnig. "So lange vor einer Bundestagswahl über die K-Frage zu spekulieren, ist für Journalisten spannend - für Politiker ist es bescheuert", sagte Beck. Ex-Finanzminister Peer Steinbrück, der sich unlängst selbst für die Kanzlerkandidatur ins Gespräch gebracht hatte, habe versucht, dies wieder einzufangen. "Aber wenn man seinen Kanarienvogel zum Fenster rausfliegen lässt, kommt er nur selten von selbst wieder zurück", fügte Beck hinzu.
dapd
