Der Vorstand der schwer angeschlagenen BayernLB hat die Vertrauensfrage gestellt. Zur Bewältigung der Krise sei die "größtmögliche Geschlossenheit" unabdingbar, heißt es in einem Schreiben vom Donnerstag, das alle sechs Vorstandsmitglieder unterzeichneten.
BayernLB-Vorstand stellt Vertrauensfrage
Für seine weitere Arbeit brauche der Vorstand das uneingeschränkte Vertrauen des Verwaltungsrats. In dem Gremium sind die Anteilseigner, der Freistaat und die Sparkassen, mit je fünf Mitgliedern vertreten. Wie ein Sprecher mitteilte, erklärte der Vorstand in dem Schreiben ausdrücklich seine Bereitschaft, die BayernLB weiter zu führen.
Hintergrund sind Äußerungen des designierten Ministerpräsidenten Horst Seehofer (CSU), der am Mittwoch indirekt personelle Konsequenzen bei der halbstaatlichen Bank gefordert hatte. Die alte Staatsregierung sei aufgefordert, mit den Verantwortlichen bei der BayernLB "über ihre persönliche Verantwortung zu reden", sagte Seehofer. Diese Frage gehöre zu einem "Neuanfang und Schnitt".
BayernLB-Vorstandschef Michael Kemmer ist erst seit März im Amt. Sein Vorgänger Werner Schmidt hatte zuvor wegen seiner Informationspolitik über die Belastungen der Landesbank zurücktreten müssen. Die BayernLB hatte am Dienstag erklärt, sie benötige 5,4 Milliarden Euro an zusätzlichem Geld vom Bund und eine weitere Milliarde von ihren Eigentümern, um ihre Eigenkapitalbasis zu stärken. Von der zusätzlichen Milliarde soll der Freistaat Bayern 700 Millionen Euro tragen und die bayerischen Sparkassen 300 Millionen Euro.
ddp
