Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hat die italienischen Behörden scharf kritisiert, weil sie mit der Ausgabe von vorläufigen Aufenthaltsgenehmigungen an tunesischen Flüchtlinge begonnen haben. Das Verhalten der italienischen Regierung sei "eine Zumutung", sagte Herrmann nach einer Vorabmeldung der "Passauer Neuen Presse" (Montagausgabe).
Bayerischer Innenminister empört über Italien
Passau (dapd). Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hat die italienischen Behörden scharf kritisiert, weil sie mit der Ausgabe von vorläufigen Aufenthaltsgenehmigungen an tunesischen Flüchtlinge begonnen haben. Das Verhalten der italienischen Regierung sei "eine Zumutung", sagte Herrmann nach einer Vorabmeldung der "Passauer Neuen Presse" (Montagausgabe).
Das Verhalten Italiens verstoße "ganz klar gegen die Grundsätze der Partnerschaft in Europa und den Geist von Schengen und Dublin II". Weiter sagte der CSU-Politiker der Meldung zufolge: "Alle Vereinbarungen, die wir getroffen haben, werden so unterlaufen. Ich habe Verständnis für die Verärgerung der Franzosen. Im Rahmen unserer Schleierfahndung beobachten wir in Südbayern, ob jemand so nach Deutschland einreist."
Französische Behörden hatten zuvor nach italienischen Angaben einem Zug die Weiterfahrt nach Frankreich verweigert, weil er tunesische Flüchtlinge an Bord hatte. Mit den italienischen Aufenthaltsgenehmigungen können die Menschen visafrei in andere europäische Länder reisen.
dapd
