Die Bundesvereinigung Bau rechnet mit dem Auslaufen der Konjunkturpakete zum Jahresende mit deutlichen Umsatzeinbußen im kommenden Jahr. "2011 wird das eigentliche Krisenjahr für die deutsche Bauwirtschaft", warnte Karl-Heinz Schneider, der Vorsitzende der Bundesvereinigung Bauwirtschaft. Von Karin Birk, Berlin
Bauwirtschaft erwartet Umsatzeinbrüche
Die Bauwirtschaft als nach gelagerte Branche werde die Kraft der Rezession erst 2011 voller Wucht zu spüren bekommen.
Im laufenden Jahr rechnet er dagegen noch mit einem stabilen Umsatz. „Einem erwarteten Umsatzrückgang um circa ein Prozent bei den Unternehmen des Bauhauptgewerbes steht ein leichter Zuwachs in Höhe von einem Prozent in den Bereichen Ausbau, Technik und Dienstleistungen gegenüber“, erklärte Schneider. Ingesamt werde ein Umsatz von rund 188,5 (Vorjahr: 188,0) Milliarden Euro erwartet, wobei die Zahl der Beschäftigten sogar auf 2.76 Millionen (2,71) Beschäftigte im Jahresdurchschnitt steigen werde.
Als Grund für den erwarteten Einbruch im kommenden Jahr nannte Schneider abgearbeitete Auftragspolster und das Auslaufen der Konjunkturpakete I und II. "Bereits in diesem Jahr werden alle Maßnahmen aus den Konjunkturpaketen beendet sein", sagte Schneider. Denn anders als ursprünglich vorgesehen, sei sozusagen als Gegengeschäft für die Zustimmung der Länder zum Wachstumsbeschleunigungsgesetz das sogenannte Zusätzlichkeitskriterium gestrichen worden. Es hatte ursprünglich neben den ohnehin geplanten Investitionen zu zusätzlichen öffentlichen Investitionen geführt.
Wirtschaftsbau kann Delle nicht ausfüllen
Wie Schneider weiter sagte, werden 2011 zudem die "normalen" kommunalen Investitionsvorhaben drastisch zusammengestrichen, so dass die Branche 2011 einen deutlichen Rückgang der öffentlichen Investitionen in Höhe von mehreren Milliarden Euro erleben werde. Auch der Wirtschaftsbau werde diese Delle nicht ausfüllen. Er werde weiter zurückgehen oder im besten Fall vor sich hin dümpeln. Gerade deshalb hofft die Branche auf eine Stabilisierung des Wohnungsbaus. Umso wichtiger ist nach Ansicht Schneiders deshalb, dass die Förderung der energetischen Gebäudesanierung auch 2011 und darüber hinaus auf dem jetzigen Niveau festgeschrieben und nicht zurückgefahren werde.
Umso wichtiger ist nach Ansicht Schneiders deshalb, dass die Förderung der energetischen Gebäudesanierung über das CO2-Gebäudesanierungsprogramm der staatseigenen KfW-Bankenkgruppe auch 2011 und darüber hinaus auf dem ursprünglichen Niveau festgeschrieben werde.
Anfangs waren für die Jahre 2009, 2010 und 2011 jeweils 1,5 Milliarden Euro im Jahr für die Förderung eingeplant gewesen. Aufgrund der starken Nachfrage wurden dann aber schon für das Jahr 2009 rund 0,75 Milliarden Euro vorgezogen und die Förderung für die energetische Gebäudesanierung auf insgesamt 2,25 Milliarden Euro erhöht. "Mit dem Ergebnis, dass wir im Jahr 2011 statt der eigentlich erforderlichen 2,2 Milliarden Euro nur 0,8 Milliarden Euro zur Verfügung haben", warnte Schneider. Dies gelte es auszugleichen.