Herbstumfrage Bauhandwerk rechnet 2009 mit geringerem Wachstum

Angesichts der sich abkühlenden Gesamtwirtschaft erwartet das Bau- und Ausbauhandwerk für das kommende Jahr ein geringeres Wachstum. Von Karin Birk, Berlin

Bauhandwerk rechnet 2009 mit geringerem Wachstum

"Wir rechnen mit einem Umsatzwachstum von rund einem Prozent", sagte der Vorsitzende der Bundesvereinigung Bauwirtschaft, Karl-Heinz Schneider bei der Herbst-Pressekonferenz des Verbandes. Für 2008 geht er angesichts der Zahlen für das erste Halbjahr noch von einem Umsatzzuwachs von zwei Prozent auf 180 Milliarden Euro und einem Zuwachs der Beschäftigung von 0,5 Prozent auf 2,73 Millionen Mitarbeiter aus. "Für die Mehrzahl der Betriebe stabilisieren sich Beschäftigung, Umsatz und Ertrag", sagte er. Gleichwohl machten die hohen Energiekosten den Unternehmen zu schaffen. Rund 15 Prozent der Betriebe könnten auch deshalb schlechtere Geschäfte und einen Abbau der Beschäftigten nicht ausschließen.

Wie Schneider weiter sagte, werden die Bauinvestitionen in diesem Jahr um rund zwei Prozent und 2009 um rund ein Prozent zulegen. Positive Impulse erwarte er weiterhin von den gewerblichen Bauinvestitionen und in geringem Maße von den öffentlichen Bauinvestitionen ausgehen. "Der Wohnungsneubau wird sich nicht beleben und somit die Entwicklung der gesamten Investitionen in Wohnbauten bremsen", warnte er.

Im ersten Halbjahr 2008 hatten die Betriebe des Bauhauptgewerbes ihren Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 7,3 Prozent auf 36 Milliarden erhöht. Dabei legte der Wirtschaftsbau mit einem Plus von 11,9 Prozent auf 14,5 Milliarden Euro und der öffentliche Bau mit einem Plus von 9,5 Prozent auf 10,5 Milliarden Euro besonders zu. Im Wohnungsbau wurde dagegen ein leichter Rückgang von 0,2 Prozent auf 11,0 Milliarden Euro verzeichnet.

Wohnungsneubau neu beleben

Angesichts der schwachen Zahlen im Wohungsbau fordert die Bundesvereinigung Bauwirtschaft von der Politik, die rund 300.000 Betriebe mit rund 2,7 Millionen Beschäftigten vertritt, eine verstärkte Wohnbauförderung. So schlägt der Verband ein "Optionsmodell" vor: Danach sollten private Eigentümer die Option erhalten, künftig sowohl Eigenkapitalbeträge als auch Tilgungsleistungen in das selbst genutzte Wohneigentum steuerlich geltend machen zu können. Spätestens nach 25 Jahren sollten diese Beträge dann nachgelagert versteuert werden.