Die Zahl der genehmigten Neubauwohnungen steigt. Für das Baugewerbe ein Anlass zur Freude. Grund zum Feiern habe die Branche jedoch nicht. Auch die Politik kann sich nach Meinung des Zentralverbands nicht zurücklehnen.

In neuen Wohngebäuden sind in den ersten fünf Monaten des Jahres knapp 91.000 neue Wohnungen genehmigt worden. Das entspricht einem Plus von 15,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Rund 45.000 Wohnungen sollen demnach in Ein- und Zweifamilienhäusern entstehen. Knapp 43.000 Wohnungen sind in Mehrfamilienhäusern geplant, was einem Plus von 26,9 Prozent entspricht. Auch die Baufertigstellungen zeigen, dass der Wohnungsbau 2012 weiter an Fahrt aufgenommen hat.
Doch auch wenn sich der Wohnungsbau weiter auf einem Wachstumspfad bewege, kämen laut Einschätzung des Zentralverbands des Deutschen Baugewerbes (ZDB) noch zu wenige Wohnungen auf den Markt.
ZDB will Investitionsnachweise
Aus diesem Grund stellt der ZDB klare Forderungen an die Politik. "Die Länder müssen nachweisen, wofür das Geld des Bundes ausgegeben wird", sagt Ilona Klein, Pressesprecherin des ZDB.
Der soziale Wohnungsbau ist Aufgabe der Länder. Diese bekommen dafür vom Bund 518 Mio. Euro, die an die Kommunen und Gemeinden weiterverteilt werden. Allerdings ist die Zweckbindung für die Gelder aufgehoben worden. "Die Abschaffung der Zweckgebundenheit bedauert der ZDB außerordentlich", erläutert Klein weiter.
Weiterhin beklagt der ZDB den Mangel an preiswerten Mietwohnungen in Ballungsräumen. Diese Räume erfahren einen starken Zuzug, der sich auf steigende Beschäftigung und wachsende Studentenzahlen in diesen Regionen gründet. Laut ZDB ist auch hier die Politik gefordert. "Neben der Förderung des sozialen Wohnbaus muss die Absetzung für Abnutzungen (AfA) im Mietwohnungsbau dringend von zwei auf vier Prozent erhöht werden", sagt Klein.
300.000 Wohnungen zu wenig
Mit Blick auf den Gesamtsoll von 250.000 neuen Wohnungen, sind laut Einschätzung des ZDB die in den letzten Jahren aufgelaufenen Rückstände noch nicht aufgeholt. "Geht man von 250.000 Wohnungen aus, die jährlich neu gebaut werden müssen, so wurde diese Marke auch 2012 deutlich verfehlt", sagt ZDB-Hauptgeschäftsführer Felix Pakleppa. Nach Einschätzung des ZDB sind in der Legislaturperiode insgesamt 300.000 Wohnungen zu wenig gebaut worden. cle/ZDB